Kae Tempest „The Line Is A Curve“


Fiction/Virgin (VÖ: 8.4.)


von

Inspiration war noch nie ein Problem für Kae Tempest. Auf ihrem fünften Studioalbum sprudelt das Allroundgenie Sentimente und Worte wie eh und je, bis einem schwindlig wird vor Glück oder vor Mitleid. Doch zuweilen lässt sich – anders als bei den Vorgängern – zart die Hoffnung blicken, nicht allein durch das Chaos des Lebens zu müssen: In „I Saw Light“ spuckt Tempest ein Liebeslied auf den nassen Asphalt, spricht von Kälte und Leidenschaft, Abschweifung und Ausschweifung, bis sich Grian Chatten (Fontaines D.C.) dazugesellt – as romantisch as it gets, ohne am Kitsch entlangzuschrammen.

As romantisch as it gets, ohne am Kitsch entlangzuschrammen

„When I felt my body and your body rise up together/ It slipped into legend/ My eyes said forever“, heißt es woanders, die Ambivalenz von Liebe wird auf den Punkt gebracht. Neben elektronischen Sounds vieler Songs walzt sich bei „These Are The Days“ ein trauriger Shuffle heran: „Wenn diese Zeit vorbei ist, werde ich mich an sie erinnern als die Zeit, als ich einen Fokus hatte“, beschwört Tempest. Eigentlich ist es müßig, einzelne Zeilen zu zitieren – das gesamte Album ist zitierwürdig.


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