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Oasis (What’s The Story) Morning Glory?

Big Brother / Indigo

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Es braucht nicht lange, um ein Ego vom Kaliber der Gallagher-Brüder davon zu überzeugen, wie verändernd es auf seine Umgebung wirkt. Oasis hatten schnell begriffen, was von ihnen erwartet wurde. Die Musikpresse tat ihr Möglichstes, um das Selbstwertgefühl nach dem Debüt „Definitely Maybe“ ins Unermesslich zu schrauben, bis die Band selbst davon überzeugt war (und bis heute ist), die beste ihrer Generation zu sein.

„Morning Glory“ wurde ein Meisterwerk mit Ansage, der Kulminationspunkt von Britpop und aller damit verbundenen Sehnsüchte. Aus heutiger Sicht wirkt der Hype um das zweite Oasis-Album wie der unbedingte Wille der musikalischen Großmacht England nach Wiedererlangung der Weltherrschaft. Tatsächlich kann man sich der grandiosen Großmäuligkeit, des druckvollen Gitarren-Sounds und der Arbeiterklasse-Hymnik kaum erwehren. Selbst die schwächeren Stücke – „Hey Now!“ oder die beiden Instrumental-Leerstellen – stören nicht weiter. Die mit Fiepen und Gedröhn vollgestopften Song-Überblenden muten inzwischen ein bisschen prätentiös an. „Roll With It“ und „Don’t Look Back In Anger“ sind natürlich und zu Recht  Klassiker, das in sämtlichen Ferienlagern dieser Erde verunstaltete „Wonderwall“ ist der unkaputtbare, wunderschöne Hit. Und das finale, siebeneinhalbminütige „Champagne Supernova“ schrieb schon fleißig an der eigenen Legende, indem es fragte: „Where were you while we were getting high?“

Die beiden Bonus-CDs der Deluxe-Edition zeigen hingegen, dass nicht alles monumental war, was Oasis damals aufnahmen. „Headshrinker“ spart zwar nicht an treibenden Riffs, rockt aber auch ziemlich stumpf, ebenso das Slade-Cover „Cum On Feel The Noize“. Viel schöner: das akustische Liebeslied „It’s Better People“.

Die dritte CD enthält Demos und fulminant lärmende Live-Versionen, darunter Konzertmitschnitte aus Roskilde, Manchester und dem Londoner Earls Court.

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