• Naked Lunch

    Naked Lunch

    - All Is Fever

    Auf dem neuen Album von Naked Lunch hört man die ganzen Jahre: die des Kämpfens, die des Weitermachens, die des In-die-Musik-verliebt-Seins. Die Österreicher haben allerlei erlebt und sich vor einigen Jahren erfolgreich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen – seither können sie überall hin. Am Anfang steht „Keep It Hardcore“, ein Fünfeinhalbminutenepos aus Britpop […] mehr…

  • Jill Barber

    Jill Barber – Tell Me

    Jill Barber ist hierzulande ein noch recht unbekannter Name. Dahinter verbirgt sich eine junge, kanadische Sängerin, die Retro-Pop mit Jazz verschmelzen lässt. Am 25. Januar erscheint ihr Debüt „Mischievous Moon“ in Deutschland, das ganz in den 50ern von Doris Day gefangen zu sein scheint. Nach dem schönen, wenn auch etwas pathetisch-angehauchten, Big-Band-Intro inklusive Streichern und […] mehr…

  • Tusq

    Tusq - Blocks And Bricks

    Für die Arbeiten am zweiten Album „Hailuoto“ reisten Tusq ins ferne Finnland, wohl um mal ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Die Musik ist für das Quartett oft die Sache für den Urlaub oder den Feierabend. Jetzt kommt „Blocks And Bricks“, das es heute zum freien Download gibt, vermutet verträumt daher. Das ganze Album […] mehr…

  • Mute

    Apparat - Krieg und Frieden

    Irgendwo zwischen nervtötend, mysteriös und wunderbar rangiert das Intro dieses Titels. Als gruselig, atemlos und elektrisierend könnte man ihn im Abgang definieren. Dazwischen mischt sich Sascha Rings (a.k.a. Apparat) kratzende Stimme, die an Thom Yorke erinnert und immer ein wenig im Piano-Spiel unterzugehen droht. Die choralen Einlagen, die sich hier im mittleren Teil dazu gesellen, […] mehr…

  • Lord Huron

    Lord Huron - Lonesome Dreams

    In jener lang vergessenen Zeit, in der Simon and Garfunkel sich problemlos im Plattenregal neben den Small Faces platzierten, und zwar durchaus bei Männern zu Hause, wäre einer wie Lord Huron gar nicht aufgefallen. Erst viel später, als Fishmob „Männer können seine Gefühle nicht zeigen“ feststellten, wurde das ironiefreie Songwriting wieder meistens Frauen überlassen. Lord […] mehr…

  • Pantha Du Prince & The Bell Laboratory

    Pantha Du Prince & The Bell Laboratory - Elements Of Light

    Ding Dong! Der kleine Prinz der elektronischen Konzeptmusik ist wieder da! Für sein neues und viertes Album „Elements Of Light“ hat sich der Hamburger Produzent Hendrik Weber alias Pantha du Prince mit dem norwegischen Komponisten Lars Petter Hagen und sechs Perkussionisten zusammengetan, die unter dem Namen The Bell Laboratory ein gewaltiges Glockenspiel bilden. In seine […] mehr…

  • Kyla La Grange

    Kyla La Grange - Ashes

    Vielleicht liegt es ja am bösen Ex-Freund. Vielleicht aber auch am Philosophiestudium, das Kyla La Grange in Cambridge abgeschlossen hat. „Ashes“, das Debüt der Songschreiberin aus Watford, vertont jedenfalls das Verlangen und die Furcht vor der Vergänglichkeit, gerät dabei neurotisch, pessimistisch, episch, melodramatisch – und klingt wie ein später Versuch der 26-Jährigen, die teen angst […] mehr…

  • Tocotronic

    Tocotronic - Wie wir leben wollen

    In den ersten Momenten erschrickt man über den Ton, den Tocotronic anschlagen: „Hey! Ich bin jetzt alt! Hey! Bald bin ich kalt!“, singt Dirk von Lowtzow zu herbstlich verwelkenden Gitarrenläufen in dem Eröffnungsstück „Im Keller“, und man denkt sich: „Oh nein, bitte nicht noch ein nicht mehr ganz junger Musiker, der sich öffentlich mit seiner […] mehr…

  • Prag

    Prag - Premiere

    Wertkonservativ ist das neue Hip, sagt dieses sonderbar prätentiös klingende Album. Und falsch ist die These nicht. Antony & The Johnsons, Get Well Soon, Rufus Wainwright – große Arrangements, das opulente Zusammenspiel von Streichern und Bläsern, all dieser Theaterdonner hat im aktuellen Pop längst einen festen Platz. Auch viele Songs des Debütalbums von Prag sind […] mehr…

  • Arc

    Everything Everything - Arc

    Die Arche, mit der uns Everything Everything retten wollen, mutet zunächst wie von Fantasy-Künstler Roger Dean entworfen an. Die Jon-Anderson-Gedächtnisplakette – sie gebührt Jonathan Higgs schon für seinen Falsettgesang. Für Momente fühlt man sich in eine Zeit versetzt, in der zu Art Rock gekifft wurde, der Genesis-Sänger Peter Gabriel hieß und Andersons Band Yes und […] mehr…

  • I Am Kloot

    I Am Kloot - Let It All In

    Hallo Dunkelheit, alter Freund. Die Festbeleuchtung ist bald wieder aus, das Feuerwerk verglüht, der Frühling ein vages Versprechen. Und I Am Kloot schenken den Tresenhängern, den Stadt-Desperados und den an Liebe und Leben Verzweifelten wieder mal zehn wunderschöne, schwarzsamtig leuchtende Lieder. Kassandrarufe zur Zukunft, traurige Träumereien und Lovestorys mit blutigen Beinen und verzweifelten Umarmungen. Alles […] mehr…

  • Villagers

    Villagers - Awayland

    Es war ein quälendes Déjà-vu, als vor drei Jahren „Becoming A Jackal“ erschien. Ein Debütalbum, die Songs geschrieben von einem jungen Burschen aus Dublin – aber nichts klang hier irisch, folkloristisch, polternd. Pop war es aber auch nicht. Wo hatte man solche fragilen, zögerlichen Songs schon gehört, oft mit Sprechgesang, mit Lücken, brüchig, feierlich? So […] mehr…

  • Roadkill Ghost Choir

    Roadkill Ghost Choir - Beggars Guild

    „I give you my heart but you wanted no part“  – getragen werden diese Zeilen mit Banjo-Klängen und dem nöllend-nasalem Timbre Andrew Shepards, der das Americana-Klangangebot genüsslich ausschöpft. Es ist diese besondere Prärie-Romantik, die dieser Tage so beliebt ist. Natürlich wird hier auch der Vergleich mit Mumford & Sons nicht gescheut, passt so etwas einfach […] mehr…

  • Paradies: Liebe

    Paradies: Liebe - Regie: Ulrich Seidl

    Von ökonomisch bedingtem und emotionalem Hunger erzählt der provokante Österreicher Seidl in seinem bizarr-tristen Drama. Bei Männern ist die mollige Teresa (Margarethe Tiesel), alleinstehende Mutter eines faulen Teenagers, nicht sonderlich beliebt. Im Ferienparadies Kenia kann sie sich vor Verehrern kaum retten. Doch schnell erkennt sie, dass ihr Lover Munga (Peter Kazungu) nur an ihr Geld […] mehr…

  • Ups..

    VED - The Bell Laboratory

    Alasdair Roberts & Friends Das schönste, epischste Werk des Folksängers und Songschreibers Viele Musiker, die man heute mit dem Etikett Folk belegt, sind ja eigentlich das Gegenteil: Innerlichkeitsporno zur akustischen Gitarre, geschrieben, um Frauen ins Bett zu kriegen oder Männer zu vergessen. Alasdair Roberts dagegen ist ein lupenreiner Folksänger. Zudem ist er ein toller Songwriter, […] mehr…

  • Moon Furies

    Moon Furies - La Cabeza

    Eingangs wird man fast erschlagen von dem Sound dieses Songs. Mit dunklen Drums, dem elektrischen Korpus und abgedämpften Akkorden könnte es sich hier genauso gut um den Soundtrack zur Apokalypse handeln. Klanglich hellt sich das Stück allmählich auf und erinnert in Atavismen am ehesten an The Faint. Mittendrin stimmen schrille Synthesizer-Töne an. Bevor die zweite […] mehr…

  • Fidlar

    FIDLAR - Cheap Beer

    Welche zwei Worte könnten denn besser zu punkrock’schem Lebensgefühl passen, als „Cheap Beer“? Eben. Im Falle unseres heutigen Free Downloads schleudert sie einem Zac Carper, Sänger der L.A.er Combo, ins Gesicht. Natürlich wäre das recht schwach, würde der kreischende Gesang ohne nöllende Gitarrensoli in schönster Garagen-Klangkulisse auskommen müssen. Muss er aber nicht. So hauchen FIDLAR, […] mehr…

  • UUVVWWZ

    UUVVWWZ - Open Sign

    Ob die Band gerade fleißig das Alphabet übt, oder ob der Name andere tiefsinnige Gründe hat, die allen anderen Menschen verborgen bleiben, ist hier die vordergründige Frage. „UUVVWWZ“ könnte aber auch der Ausruf sein, mit dem man den Sound dieser Musiker beschreibt. Uns gefällt diese Variante am besten. Das passt nämlich ausgezeichnet. Mit Teal Gardner […] mehr…

  • The Knux

    The Knux - „It’s All Gonna Fall“

    The Knux setzen in „It’s All Gonna Fall“ auf transzendentalen Pop, legen den Klang einer verzerrten E-Gitarre drüber und verleihen dem Ganzen durch Turntable-Gefrickel einen wummernd-elektronischen Anstrich. Der knallbunte Stilmix geht auf – und erscheint mit verhallten Gesängen fernab von dieser Welt. Ein wenig erinnern die Stimmen von den Brüdern Kentrell „Krispy“ Lindsey und Alvin […] mehr…

  • Bentcousin

    Bentcousin - I Think I Like Your…

    Zu Beginn dieses Tracks vernimmt man eine sehr simple Akkordfolge einer elektrischen Gitarre, die durch die Reverb-Funktion am Verstärker herrlich verhallt – und nach Vintage klingt. Erwartet man aufgrund des Songtitels wohl eher den Gesang eines Mannes, fängt dann aber Pat Innit an, in bluesiger Stimmfarbe zu singen. Die Situation wird vollkommen nüchtern dargestellt, so […] mehr…