• Georg Brunold - Nichts als die Welt, Cover

    Georg Brunold

    - „Nichts als die Welt“

    Der Titel ist Programm: „Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren“ und allen Weltgegenden versammelt dieser Foliant. Ein gewagtes Unterfangen, denn jeder wird hier irgendwen vermissen (ich zum Beispiel Altenberg und Tucholsky), und je näher man der Gegenwart kommt, umso willkürlicher wird es sowieso. Aber in welchem Buch der letzten Jahre konnte man Entdeckungen in einer […] mehr…

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    Get Well Soon - „5 Steps / 7 Words“

    Konstantin Gropper hat gar nicht vor, sich auf den Weg der emotionalen Besserung zu begeben. So schwermütig, wie er sich auch auf seinem neuen Album „Vexation“, das im Januar erscheinen wird, wieder in pechschwarze Streichermeere stürzt und dabei mit dunkler Stimme vor sich hin sinniert, muss man einfach zu dem Schluss kommen, dass er irgendwie […] mehr…

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    Cliff Richard & The Shadows - Singing The Blues

    Auch hier empfiehlt sich die 7″ nicht primär über die Hit-Seite, einer Version des fabelhaften Guy-Mitchell-Evergreens, der es allerdings ein wenig an Verve und Stilwillen gebricht, sondern wegen der Neuaufnahmen von „We Say Yeah“ und „Dancing Shoes“, vor fast 50 Jahren bereits Flipsides, hier immerhin schwungvoll gefeiert. Hank Marvins Fender-Magie, überhaupt die klangliche Brillanz der […] mehr…

  • Sascha Hommer - Vier Augen, Cover

    Sascha Hommer - Vier Augen

    Feiner Coming-of-Age-Comic, der den für dieses Sujet offenbar unvermeidlichen lakonischen Realismus ins Fantastische erweitert. Sascha, der adoleszente Erzähler, kuriert seine altersgemäße Melancholie und existenzielle Unsicherheit ebenso altersgemäß mit dem Genuss von Rauschdrogen. Wie schon in der psychedelischen Post-Romantik der späten Sechziger tritt nun der mit der chemischen Rakete erkundete inner space als gleichberechtigte Wirklichkeit dem […] mehr…

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    Jónsi - „Boy Lilikoi“

    Jónsi Birgisson ist anscheinend mit seiner Band Sigur Rós nicht mehr vollständig ausgelastet. Nachdem im Sommer mit „Jónsi & Alex – Riceboy Sleeps“ schon ein eher im Ambient herumtreibendes Instrumentalalbum erschien, das er mit seinem Freund Alex Somers aufgenommen hatte, kommt nun der erste Song von „Go“, dem Soloalbum, das er gemeinsam mit dem klassischen […] mehr…

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    Molina and Johnson - Molina and Johnson

    Selbst vom Blues ist nur ein Skelett übrig. Ein knochiges Riff und eine singende Säge jammern, das Aufnahmeband rauscht, und Edgar Allen Poes Rabe flattert „Nimmer mehr“ flüsternd vorüber und verdunkelt den Himmel der LoFi-Tragödie „All Gone, All Gone“, die um die Vergeblichkeit allen Bemühens und von der Einsamkeit weiß, die einen am Ende erwartet. […] mehr…

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    Brandi Carlile - Give Up The Ghost

    Als Brandi Carlile vor zwei Jahren in den USA mit dem Album „The Story“ Aufmerksamkeit erregte, sahen sie viele als Kuriosum. Da war diese übermächtige Stimme, die aus manchen Refrains herausbrach wie ein Unwetter, es war eine Schau. Man dachte an Melissa Ethridge, die zu ihrer Zeit etwas Ähnliches auslöste. Es ist wahr, dass Carlile […] mehr…

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    BoDeans - „Love & Hope & Sex…

    Am Ende seiner Liner Notes drückt sich Dave Marsh nicht um die ganz große Frage, die sich bei den BoDeans immer stellte, nämlich: Haben sie jemals eine bessere Platte gemacht? Er ist überzeugt: Sie mussten es gar nicht. Da kann man auch ganz anderer Meinung sein. Auf dem Mitte der 80er Jahre sehr angesagten Slash-Label […] mehr…

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    Heike Makatsch & der Hund Marie - „Frohes Fest – I Don’t…

    Der Hund Marie empfahl sich einem größeren Publikum zum ersten Mal als musikalischer Partner von Olli Schulz, Heike Makatsch als überdrehte Zopfträgerin bei Viva. Da sang sie natürlich noch nicht und wurde in erster Linie für’s Schnattern bezahlt. Wer hätte gedacht, dass aus der überdrehten Viva-Urbesetzungs-VJane mal eine versierte Schauspielerin werden sollte, die schon das […] mehr…

  • Kettcar - Live auf Kampnagel

    Kettcar - Live auf Kampnagel – 5:43…

    Die Uhrzeit deutet schon an, dass hier 2008 etwas Außergewöhnliches passiert: ein Konzert am frühen Morgen, der Schlusspunkt eines Sommerfestivals. Eine Rockband, die mit einem Streichquartett auftritt – in Anzügen, was Marcus Wiebusch so kommentiert: „Kompensation! Wir werden kurz spielen, aber sehen geil aus.“ Eine Stunde nur, aber was für eine! Die Streicher unterstützen Balladen […] mehr…

  • Norah Jones - The Fall

    Norah Jones - The Fall

    Er war nur zu verständlich, dieser ungläubige und fast verschüchterte Blick, mit dem sie 2003 im Blitzlichtgewitter der Weltpresse stand – mit ihren acht Grammys im Arm. Ausgerechnet sie, die leicht verhuscht wirkende Tochter von Sitar-Guru Ravi Shankar sollte gleich mit ihrem Debüt „Come Away With Me“ die kränkelnde Musikszene im Alleingang aus ihrer Sinnkrise […] mehr…

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    Metric - Gold, Guns, Girls

    Wer gerne mal über die Seichtigkeit der Popmusik lästert, der höre sich doch bitte Mal dieses kanadische Schmuckstück an. Metric um Sängerin Emily Haines und Gitarrist James Shaw schütteln sich nämlich schon seit Jahren eingängige Popsongs aus dem Ärmel, die schnell in die Gehörgänge eindringen mögen, sich aber dank der cleveren Lyrics noch lange im […] mehr…

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    Pere Ubu - „Datapanik In The Year Zero“

    Ob das heute noch jemanden interessiert? Hoffentlich! Pere Ubu sind ein wichtiges Bindeglied zwischen der aggressiven Pop-Art von Velvet Underground und dem ambitionierten Post-Punk der späten Siebziger. Den Budenzauber des englischen Punk-Rock hat die 1975 gegründete „Avant-Garage“-Band aus Cleveland weniger gemocht: zu kindisch, modisch und destruktiv. „Datapanik In The Year Zero“ enthält die ersten fünf […] mehr…

  • Machinarium

    Machinarium

    (Deadalic) Auf dem Adventure-Markt kann man fast alles unbesehen kaufen, was mit „Daedalic Entertainment präsentiert“ überschrieben ist. „Edna bricht aus“ und „The Whispered World“ waren formidable Produkte, mit „Machinarium“ legen die Macher noch mal einen drauf. Der kleine Roboter Josef rätselt sich durch eine somnambule Schrottwelt, wo es eine Verschwörung aufzudecken gilt. Hinreißend komisch ist […] mehr…

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    Operation Flashpoint: Dragon Rising

    Im Grunde definierte „Operation Flashpoint“ 2001 das Genre des Taktik-Shooters. In „Dragon Rising“ kämpfen wir jetzt mit drei anderen Soldaten auf der Insel Skira gegen Chinesen. Die Figuren sind leider völlig charakterlos, eine Story gibt es nicht und die Grafik bleibt Mittelmaß. Einzige Stärke des Games ist die Intelligenz der Mitstreiter. So vorausblickend und verantwortungsvoll […] mehr…

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    Weltherrschaft bei Freunden

    Die jüngsten Zahlen zu Facebook lesen sich imposant. 300 Millionen regelmäßige Nutzer, eine Milliarde neue Bilder und zehn Millionen neue Videos monatlich. Acht Prozent aller Deutschen treiben sich hier herum, über die Hälfte aller Nutzer ist unter 34 und damit nicht nur zukunftsträchtig, sondern auch „werberelevant“. Den Marktwert von Facebook schätzen Analysten auf rund zehn […] mehr…

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    Assasin’s Creed 2

    Da gingen einem die Augen über, als vor zwei Jahren der Assassine Altair im mittelalterlichen Damaskus die Gegner meuchelte. Der Held war ein Mörder, der sich durch malerische Landschaften bewegte und virtuos seine Opfer ins Jenseits beförderte. Am Prinzip hat sich, von kleinen Steuerungsmodifikationen abgesehen, nichts geändert. Im zweiten Teil lyncht unser Held im Venedig […] mehr…

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    Grace Maxwell – Falling And Laughing

    Ein Klotz, wer von dieser leider wahren Geschichte nicht tief berührt wird. „The Restoration Of Edwyn Collins“ erweist sich als ein so treffender wie nüchterner Subtitel, denn die Tagebucheinträge seiner Lebenspartnerin haben, ohne je Mitleid zu heischen, etwas Heroisches. Collins hatte, gerade 45 Jahre alt, einen Schlaganfall erlitten, dessen Folgen ihn nicht nur bewegungsunfähig machten, […] mehr…

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    Martell Beigang – unverarschbar - unverarschbar 4,0

    Der Rock’n’Roll-Roman des Drummers von M. Walking On The Water hat Witz, mit gezieltem Timing platzierte Plots, Takt und Gegentakt… und Rhythmus natürlich. Der Hero nölt durch Köln, hat hohe Ziele für die Welt (gute Musik für alle), kaum erreichbare für sich selbst (eine Frau, ein Gitarrist, noch ein Bier usw.). Das in einem Indie-Verlag […] mehr…

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    John & Gary Walker – The Walker Brothers: No Regrets – Our Story - Two Of Us

    Es hat sich verständlicherweise einiges an Ärger aufgestaut bei den Autoren dieser Band-Autobiografie. Zum einen darüber, dass ihr Beitrag zur Ikonografie des ruhmreichen Trios notorisch kleingeschrieben wird. Zum anderen, weil ganze Bücher wie „A Deep Shade Of Blue“ aus Halbwahrheiten bestünden. So empfiehlt sich „No Regrets“ als Korrektiv, doch füllen die Memoiren auch so manche […] mehr…