• Cortney Tidwell - Boys

    Cortney Tidwell – Boys

    Die britische Presse druckte mit den üblichen Reflexen mal wieder die tollsten Etiketten für die Spätstarterin aus Nashville. „Post-Rock Alison Krauss“ war schon schön, „Country Björk“ durfte auch nicht fehlen. Käme Cortney Tidwell aus Portland oder Liverpool, niemand würde das Genre bemühen, nicht mal mit Fragezeichen oder „Alt.“-Alibi. Zugleich scheint die Musik der Mittdreißigerin undenkbar […] mehr…

  • Foreign Born - Person To Person

    Foreign Born - Person To Person

    Afrikanisch gesetzte Chöre, „Graceland“-Gitarren, weit hallende Peter-Gabriel-Trommeln: Foreign Born aus L.A. bedienen sich derselben Quellen wie Vampire Weekend, doch schwingt noch vieles anderes in dieser elegischen, gemeinschaftlichen Musik mit. Zum Beispiel eine hymnische Größe, die an Bowie oder Arcade Fire denken lässt. Doch düster ist diese Musik nicht, eher feierlich und vital. Abgesehen von der […] mehr…

  • Cracker - Sunrise In The Land Of Milk And Honey

    Cracker – Sunrise In The Land Of Milk And Honey

    Manchmal müssen Bands zwei Schritte zurück machen, um drei nach vorn gehen zu können. Und manchmal machen Bands zwei Schritte zurück und treten noch nicht mal auf der Stelle. So wie Cracker. Nach der stilistischen Expansion {„The Golden Age“), nach der Eroberung neuer Sound-Horizonte {„Forever“), nach der Genre-Hommage {„Countrysides“) und gleich zwei Werkschauen („O Cracker […] mehr…

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    The Airborne Toxic Event – The Airborne Toxic Event

    Die Globalisierung hat wieder mal versagt: Schon im Sommer 2008 ist in den USA das Debüt von Airborne Toxic Event erschienen. Aber erst jetzt kommt der Hype um die Band aus L.A. hier an. Und das, obwohl dieses Album die aufregendste Indie-Rock-Platte seit langem ist. „And it Starts sometime around midnight, or at least that’s […] mehr…

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    Joker’s Daughter – The Last Laugh

    Spieldosen-Psychedelik von Danger Mouse und Helena Costas Große braune Rehaugen, romantisch lange Haare und dazu das Outfit eines Hippiemädchens aus den ganz frühen Siebzigern – die Londoner Sängerin und Songwriterin Helena Costas klingt ein wenig so, wie sie aussieht: Ihre Stimme kuschelt sich sanft durch die Ohrmuscheln ins Gehirn, wo die verträumten Melodien dann ziemlich […] mehr…

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    God Help The Girl – God Help The Girl

    Dieses Girl hat mindestens einen kleinen Schuss: Es fragt Hunde nach dem Heimweg, wird hysterisch, weil die Haare nicht liegen, verschlingt Bücher wie andere Leute Sahnetorten und flicht Wörter, Sätze, Zitate zu verbalen Blumenketten. Für „God Help The Girl“ klebt Belle & Sebastian-Gründer Stuart Murdoch alle diese Mädchenwunderlichkeiten seiner imaginären Heldin in ein Sammelalbum. Sein […] mehr…

  • Moby - Wait For Me

    Moby - Wait For Me

    Auch auf „Wait For Me“ wirkt der Electro-Pop des Ex-Punks und Ex-Ravers wieder, als hätte man ihn in rosa Watte gepackt und dann mit einem großen Löffel Melancholie Übergossen. Die Songs sind überwiegend Loungekompatibel und nur selten aufdringlich. Sämige Computer-Streicher und hymnische Synthesizer-Choräle sorgen bisweilen für eine etwas sakrale Atmosphäre. Im Beipackzettel wird viel von […] mehr…

  • Gossip - Music For Men

    Gossip - Music For Men

    Auch das noch! Riot-Grrrl Beth Ditto verkleidet sich jetzt als Glitzer-Queen. Disco-Inferno. mehr…

  • Moritz von Oswald Trio - Vertical Ascent

    Moritz von Oswald Trio – Vertical Ascent

    Zusammen mit Mark Ernestus ist der ehemalige Palais-Schaumburg-Schlagzeuger Moritz von Oswald so etwas wie ein Klassiker des deutschen Qualitäts-Techno. Das MvO-Trio, zu dem neben dem Münchner Max Loderbauer auch der Finne Vladislav Delay gehört, verbindet die kühle elektronische Pracht von Basic Channel mit rhythmischen Einflüssen aus Indonesien, Afrika und Jamaika. Das minimalistisch klingende Album ist […] mehr…

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    Major Lazer – Guns Don’t Kill People… Lazers Do

    Was zu diesem Album gar nicht geht: Rotwein dekantieren, den Wirtschaftsteil der „FAZ“ lesen, entspannt joggen. Was man sich schon eher vorstellen könnte: In den Banlieues von Paris ein paar Autos abfackeln oder auf einer Favela-Party gutgelaunt in den Nachthimmel ballern. Weil: Der Teufel hat wieder mal die besten Lieder. Früher hat er Rock’n’Roll gehört, […] mehr…

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    Flow. Experience – Don’t Say… The Collection

    Neunziger-Flashback: Vergleichbar aufgeschäumter TripHop-DubHouse-Schwurbel lief damals selbst in besseren Häusern. Heute will keiner mehr was davon wissen. Massy und DJ Andorian bringen trotzdem noch einmal nach altem Rezept die Lava-Lampen zum Blubbern: „Stars Over Brooklyn“ gönnt der vom Massive Attack-Hit „Safe From Harm“ geklauten Bassline ein etwas gemächlicheres Tempo – schlaff und trostlos. Der After-Work-Club-kompatible […] mehr…

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    Milanese – Lockout

    Die Familie von John Pee hat Milanese letztes Jahr zur „Electric Proms“-Gala der BBC eingeladen, wo der Dubstep- und Grime-Produzent im feinen Nadelstreifenanzug auf die Bühne ging. Bei seiner Musik schert sich der Brite weniger um Konventionen. Sein zweites Album enthält deutlich mehr Rap-Beiträge als das Debüt (unter anderem von RQM und Ben Sharpa), ist […] mehr…

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    Chick Corea & John McLaughlin – Five Peace Band Live

    Flinkfingerwettstreit der Fusion-Giganten? Schon live überzeugte die Band ohne Solistengeprotze. Obwohl Saxofonist Kenny Garrett, Bassist Christian McBride und Schlagzeuger Vinnie Colaiuta die Intensität kräftig anheizen, bietet das Doppelalbum inspiriertes Zusammenspiel, fast zweieinhalb Stunden Vielfalt. Dass manches Solo länger dauert, als anderswo der Titeltrack, mag des Guten zu viel sein, wird aber von starken Spannungsbögen getragen. […] mehr…

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    Till Martin – Ding Dong

    Reichlich flapsiger Name für einen eher intim-meditativen Titelsong. Das Quartett des Tenorsaxofonisten Till Martin beweist nicht nur dabei Witz, erzählt mit ganz unterschiedlichem Gestus Modern-Jazz-Stories weit ab vom „Schau, was wir gelernt haben“. Eine wunderbar auf den Punkt gebrachte Live-CD mit Münchens stärkster Rhythm-Section: Christian Elsässer (p), Henning Sieverts (b), Bastian Jütte (d). Michael Brecker […] mehr…

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    Baptiste Trotignon – Share

    Nun hat – wie 2003 Bojan Z., ebenfalls in Paris lebend auch der „Kammermusiker“ unter Europas wichtigsten Pianisten in Brooklyn aufgenommen – mit Matt Penman (b) und Eric Harland (d). Und auch bei ihm wirkt das Resultat deutlich straighter als gewohnt. Aber selbst wenn weitere, eher puristisch gesinnte Jazzcracks ä la Tom Harrell oder Mark […] mehr…

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    Youn Sun Nah – Voyage

    Als die koreanische Sängerin auf einem „24 Bit Resolution“-Sampler auftauchte, ergab das Sinn: kristallklar schwebend die Stimme, nuanciert die Dynamik, frappierend die Intonation. Fünf Tracks später war Esther Ofarim an der Reihe. Dass ihr Gesang bei folknahen Songs an Ofarim erinnert, wird deutlicher auf ihrer “ Voyage“ von Asien über Nordeuropa (Gitarre: Ulf Wakenius) bis […] mehr…

  • Bowerbirds - Upper Air

    Bowerbirds – Upper Air

    Als das fabelhafte Debüt der Bowerbirds, „Hymns ForA Dark Horse“ von2007, nach Lobpreisungen u.a. von Mountain Goats-Songwriter John Darnielle im letzten Jahr schließlich auf einem größeren Label mit zwei Bonustracks noch einmal veröffentlicht wurde, war Produzent Mark Paulson als Bassist und Perkussionist fest eingestiegen. Der Sound veränderte sich marginal, wurde seltsamerweise trotz Bass-Grundierung eher ein […] mehr…

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    Torben Möller-Meissner – Volle Leere Ferne Nähe

    Wir begeben uns in ein Land, in dem Tonträger „Scheiben“ heißen. In dieser Scheibenwelt ist Torben Möller-Meissner als Sänger der Ska-Punk-Band Rantanplan durchaus ein Name. Nun hat er das aufgenommen, was sein Label ein „Songwriter-Album“ nennt. D.h. er malträtiert zu (akustischem) Gitarren-Geschrummel und Mundharmonika die deutsche Sprache (?) ohne Rücksicht auf Metrum und Endreim. Der […] mehr…

  • Sunset Rubdown - Dragonslayer

    Sunset Rubdown – Dragonslayer

    Wolf Parade-Songwriter Spencer Krug hat nach dem vor zwei Monaten an dieser Stelle besprochenen zweiten Werk der Indie-Supergroup Swan Lake bereits die nächste Platte seines Nebenprojektes Sunset Rubdown am Start. Und wer immer noch nicht weiß, wer in diesem kanadischen Konglomerat jeweils für den Bowie-Touch verantwortlich ist, der wird nach „Dragonslayer“ klarer sehen. Gleich der […] mehr…

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    Eskimo Joe – Inshalla

    Mit ihrem vierten Album versuchen die Australier von Eskimo Joe einen Neuanfang. Die drei vorigen Werke haben daheim einigen Ruhm gebracht, auch Kanada schaltete ein. Nun ist alles anders im Leben des Trios: Träume wurden wahr, Ehen geschlossen, Kinder geboren. In einem Cafe in Kairo befürchtete Bandleader Kavyen Temperley die Wiederholung und beschloss, dem relativen […] mehr…