Randy Newman Dark Matter


Nonesuch/Warner

Randy Newmans Platten waren niemals Laberplatten: Er schrieb die kürzesten, präzisesten Lieder mit den wortkargsten Texten. Und die sind auch noch lustig oder traurig und meistens beides zugleich. Manche sind mit Orchester arrangiert, manche fürs Klavier, manche werden von einer Rockband gespielt. Seit 1980 schreibt er Filmmusiken, das liegt in der Familie.

Seine Stücke sind geschwätziger und länger geworden, die Texte genauso wie die Songs. Auf dem letzten Album, „Harps And Angels“ (2008), malte sich Newman den Himmel aus. In den neun Jahren seither hat er neun Stücke fertiggestellt – „It’s A Jungle Out There“ hatte er schon, es ist die Titelmelodie der Fernsehserie „Monk“.

Virtuos und leer

Aber schon im ersten Stück von „Dark Matter“ sind ungefähr neun Songs: „The Great Debate“ persifliert die amerikanischen Politikerdebatten im Fernsehen, Newman spricht verschiedene Stimmen und kommentiert, dazu ertönt so ziemlich alles, was er kann: Vaudeville-­Tralala, Gospelchöre, Zirkuslied, Filmmusik-­Idyll, New-Orleans-Nostalgie – Randy Newmans Showboat ist ein Schaufelrad­dampfer. Aber „The Great Debate“ kommt nicht auf einen Punkt. Es ist virtuos und leer. Und es ist nicht witzig. „Rednecks“, „Political Science“, „Mikey’s“, „It’s Money That I Love“ sind komisch, weil Männer sich um Kopf und Kragen reden.

Kooperation

Auf „Dark Matter“ redet sich Randy Newman um Kopf und Kragen. Die wohlfeile Satire „Putin“ ist ein bisschen tutig, „Sonny Boy“ ist die erratische Erinnerung an ein Konzert des Blues-Sängers Sonny Boy Williamson. „It’s A Jungle Out ­There“ ertönt in einer erhebend schmissigen Orchesterfassung. Läppische sentimentale Lieder wie „She ­Chose Me“ und „Wandering Boy“ schreibt Newman für „Toy Story“ an einem Wochenende. Dafür singt er sie ausnehmend schlecht.

Aber das ganz und gar nostalgische „On The Beach“ ist eine flirrende, orchesterselige Hollywood-Swing-Reminiszenz an das alte Kalifornien. Und es ist ganz und gar wunderbar.


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