Spezial-Abo

Freiwillige Filmkontrolle


Nach Treppensturz: Sänger Gunter Gabriel ist tot


von

Der deutsche Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel ist tot. Wie sein Management am Donnerstag (22. Juni) mitteilte, war Gabriel am Abend vor seinem 75. Geburtstag auf einer Steintreppe gestolpert. Auf einen diagnostizierten dreifachen Bruch des ersten Halswirbels folgten in den vergangenen Tagen drei Operationen in einem Hannoveraner Krankenhaus.

Den schweren Verletzungen ist der Musiker, der mit seiner kraftvollen Stimme und seinem prägnanten Auftreten vielen Deutschen nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist, nun erlegen.

Gunter Gabriel in seiner zweiten Heimat: Mallorca
Gunter Gabriel in seiner zweiten Heimat: Mallorca

Gunter Gabriel, geboren am 11. Juni 1942 unter dem Namen Günter Caspelherr in Bünde/Westfalen, arbeitete zunächst als Promoter in einer Plattenfirma und komponierte einst sein erstes Lied für Rex Gildo. Sein erster eigener Song – „Er ist ein Kerl (Er fährt ’nen 30-Tonner Diesel)“ – wurde gleich zum Hit und gewann die „Goldene Europa“. Fortan feierte der Sänger mit Country-Interpretationen und Liedern wie „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“ große Erfolge. Viele Songs waren dabei Übertragungen von US-Originalen. „Ich werd gesucht in Bremerhaven“ nahm zum Beispiel Johnny Cashs „Wanted Man“ als Grundlage.

Gunter Gabriel: Vollblutmusiker und Lebenskünstler

In seiner mehr als 50-jährigen Karriere schrieb der Selfmade-Men, der schon mit vier Jahren seine Mutter verloren hatte, viele Tracks für andere Musiker und Musikerinnen. Darunter den Gassenhauer „Wenn du denkst, du denkst“ von Juliane Werding und „Das wär John nie passiert“ von Wencke Myhre. Später erhielt er sogar aufgrund seines Charismas eine eigene Fernseh-Show („Country-Musik mit Gunter Gabriel“).

Gunter Gabriel war für viele ein Vorbild im Show-Betrieb
Gunter Gabriel war für viele ein Vorbild im Show-Betrieb

Vor allem Johnny Cash blieb ihm Zeit seines Lebens eine große Inspiration. Auch deshalb machte sich Gabriel 2003 nach Hendersonville (Tennessee) auf, um dort im Studio der Country-Legende (mit dem er zuvor schon regen Kontakt gehabt hatte) ein Album mit Cash-Liedern auf Deutsch aufzunahmen. „The Tennessee-Recordings“ wurde von dessen Sohn John Carter Cash produziert. Johnny Cash trug auch zu „Liebe, Autos, Abenteuer“ ein gesprochenes Intro bei. Unüberhörbar war, dass der Musiker bereits schwer krank war.

'Gunter Gabriel und Schuputzer am 01.09.1979 in Nashville, Tennessee, USA. (Photo by Peter Bischoff/Getty Images)'

In den letzten Jahren machte Gunter Gabriel immer wieder damit Schlagzeilen, wie er mit schweren Alkoholproblemen und finanzieller Not zu kämpfen hatte. 2010 spielte Gabriel im Theater die Titelfigur im Bühnenstück „Hello, I’m Johnny Cash“. Zahlreiche TV-Auftritte, unter anderem auch im RTL-Dschungelcamp, folgten. Bis zuletzt gerierte sich der kernige Gabriel als Lebenskünstler und Musiker mit Herzblut.

Peter Bischoff Getty Images
Christian Augustin Getty Images


Jim Morrison: Der mysteriöse Tod des Doors-Sängers

Los Angeles, 1971. Nach sechs LPs in sechs Jahren und zahlreichen Konzerten ist Jim Morrison einer der größten Rockstars der Welt. Beinahe wie Gläubige in der Kirche liegen ihm die Fans zu Füßen. Gut ging es ihm deswegen nicht, ganz im Gegenteil. Ein Zwiespalt, der prägend für Morrisons Leben war. Der Ruhm belastete den charismatischen Sänger. John Densmore, der Schlagzeuger der Doors, berichtete einst von einer Jam-Session, bei der Jim Morrison davon sang, dass die Dinge nicht an ihrem Platz waren – kryptisch und doch bezeichnend. Gleichzeitig versprühte er diese Kreativität und Lebendigkeit. Für Densmore war es offensichtlich, dass Morrison…
Weiterlesen
Zur Startseite

3 Monate ROLLING STONE nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €