Sam Elliott wütet über „Power of the Dog“: „Stück Scheiße!“


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Mit rauchenden Colts kennt sich US-Schauspieler Sam Elliott zweifellos aus. Er spielte harte Jungs und Galgenvögel, war in Neo-Western wie „Tombstone“ (1993) oder im Civil-War-Drama „Gettysburg“ (1993) zu sehen, aber natürlich auch in seiner enigmatischen Stranger-Rolle in „The Big Lebowski“ von den Gebrüdern Coen (1996).

Nun reitet der 77-Jährige im Vorfeld der Oscar-Verleihung eine harte Attacke gegen Jane Campions Western-Interpretation „The Power of The Dog“, die vor einem großen Triumph bei der kommenden Oscar-Verleihung steht. In der jüngsten Podcast-Folge von „WTF With Marc Maron“ nannte er den Film unverblümt „ein Stück Scheiße“. Moderator Marc Maron, der sein supererfolgreiches Talk-Format in Eigenregie produziert, fragte er in dieser Folge lakonisch: „Wo ist der Western in diesem Western?“

Eine vorab veröffentlichte Interpretation in der „Los Angeles Times“, in der von einer „Ausweidung des amerikanischen Mythos“ gesprochen wird, brachte Elliott zusätzlich auf die Zinne. „Was soll der Scheiß“ fragte er sich und die wohl gesonnene Filmkritik.

Er verglich die Film-Charaktere mit Tänzern der Männer-Strip-Truppe Chippendales, die „Fliegen tragen und sonst nicht viel“. Die Cowboys würden oberkörperfrei in Chaps herumrennen. Moderator Maron merkte an, dass es Jane Campion eben auch um diesen schwulen Subtext der Western-Zunft ginge.

Elliot erwiderte, sie sei zwar „eine brillante Regisseurin“: Er sprach jedoch der Neuseeländerin die Kenntnis und Kompetenz für dieses Genre ab. Er stößt sich im Wesentlichen an Campions Western-Inszenierung. Mit dem Cowboy-Dasein einst und jetzt, wie er es aus vielerlei Erfahrungen kennt, hätte der Film nichts zu tun. „Cumberbatch ist nie aus seinen verdammten Chaps herausgekommen. Er hat ein Paar aus Wolle und ein Paar aus Leder“; mokiert sich Elliott. „Und jedes verdammte Mal, wenn er von irgendwoher kam – er saß nie auf einem Pferd, vielleicht einmal – ging er in das verdammte Haus, stürmte die verdammte Treppe hinauf, legte sich auf sein Bett und spielte Banjo – in Chaps!“

„Power of The Dog“ ist eine Romanverfilmung, die 1925 auf einer Ranch in den Weiten von Montana spielt. Der bereits in Venedig 2021 prämierte Film ist für zwölf Oscars nominiert, darunter für den besten Film, die beste Regie und den besten Schauspieler (Cumberbatch). Die 94. Oscar-Verleihung findet am 27. März 2022 statt.