So war die Ausstellungseröffnung von „A-wop-bop-a-loo-bop-a-lop-bam-boo“


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Koks, Kerzen und ein falscher Elvis

Veranstalter Mark Robinow zeigt auf Little Richard hinten an der Wandmitte, „mit ihm fängt alles an“. Der Stolz in seiner Stimme ist nicht zu überhören. „Der Name der Ausstellung ist eine Zeile aus Little Richards ‚Tutti Frutti’“, als großer Fan war es für Robinow klar, dass die Rock’n’Roll-Legende das Gesicht seiner fotografischen Zeitreise werden musste. „A-wop-bop-a-loo-bop-a-lop-bam-boo“ spricht er trotzdem lieber nicht aus, zu hoch ist die Zungenbrechergefahr. Sein Blick schweift nach links zu einer Beatles-Fotografie und schon wird er zum Geschichtenerzähler. „Der Fotograf ist ein Freund von mir, er durfte die Fab Four in Tirol mit der Kamera begleiten. Unfassbar, dass diese Aufnahme in Seefeld entstanden ist.“

Wenn es um sechs Dekaden Rockmusik geht, vereinen sich die Generationen mit einem Leuchten in den Augen. Ob es nun der ältere Herr unter dem Stoffhut ist, der vorbeilaufende Kellner oder die Dame im Paillettenkleid. Ihre Erinnerungen prallen aufeinander und machen sie zu Bewunderern, Besserwissern und Belehrten. Das Ambiente im nhow-Musikhotel an der Spree lädt dabei kaum besser zum Verweilen ein. Hohe Wände aus Beton halten fest, was der weiße Flügel in der Mitte des Raumes bereits andeutet, wohingegen Koksattrappen und Kerzenmeere für den richtigen Rockchic sorgen. Zwischen den Scorpions und den White Stripes ist dann plötzlich der Blick auf die Spree freigegeben, vorbei läuft ein Mann in Turnschuhen und Anzug: Filmemacher Burkhard Driest. „Ich hab den Udo gemalt“, erzählt er locker bescheiden und verweist auf die Lindenberg-Leinwand zu seiner rechten. In der anderen Ecke des Raumes versammeln sich währenddessen Gäste vor einer Marilyn Manson-Fotografie, die den Schockrocker mit einem schreienden Kleinkind zeigt. Star-Fotografin Nela König steht daneben, an der Hand hält sie ihren Sohn. „Das bin ich auf dem Bild, da war ich eins oder zwei“, gibt sich der „fast“ Zehnjährige stolz zu erkennen. Mansons Musik hat er auch schon gehört, „ist ganz cool“. 

Erzählende Impressionen von Blueslegenden, Altrockern, „living legends“ und von jenen, die auf dem Weg sind, diese Prädikate in sich zu vereinen, laden noch bis zum 28. Oktober in das nhow-Hotel. Mark Robinow kennt ihre Geschichten und ist gewillt sie zu teilen. Nur eine Fotografie bleibt unbeschriftet, sie steht in der Mitte des Raumes angelehnt an das Klavier. „Das ist der deutsche Elvis, das weiß man doch“, äußert Robinow empört, lacht und verschwindet.

Unser Fotograf Sebastian Braschl hat vor Ort ein paar Impressionen festgehalten, die wir in einer Galerie für Sie zusammengestellt haben.