„Star Wars: Die letzten Jedi“: Online-Kritiken von Trollen manipuliert?


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Star Wars: Die letzten Jedi“ erhielt unmittelbar nach seiner Premiere im Dezember 2017 von Kritikern und Publikum große Anerkennung. Auf den sozialen Medien waren die Reaktionen jedoch deutlich negativer. Nun stellte es sich heraus, dass die Diskussion online offenbar von russischen Trollen und rechten Gruppen gesteuert wurden.

Eine Studie der University of Southern California hat dazu alle Tweets analysiert, die den Regisseur Rian Johnson im Zeitraum von sieben Monaten nach Filmveröffentlichung erreicht haben. Gut ein Fünftel der Botschaften soll demnach negativ gewesen sein. Entscheidend ist aber: Der verantwortliche Wissenschaftler Morten Bay kommt zu dem Schluss, dass mehr als die Hälfte der negativen Nachrichten von „Bots, Trollen/Sockenpuppen oder politischen Aktivisten“ stammten, „die die Debatte dazu genutzt haben, um rechtsextreme Inhalte zu propagieren und die Diskriminierung aufgrund von Gender, Rasse, oder Sexualität zu verbreiten“. Einen nicht zu kleinen Anteil dieser User sollen russische Trolle sein, die Twitter bereits als solche identifiziert hat.

Gezielte Aktion

Szene aus „Star Wars: Die letzten Jedi“
Szene aus „Star Wars: Die letzten Jedi“

Diese sogenannte Troll-Armee soll bereits gezielt Hasskampagnen während des Brexits und den US-Wahlen im Jahr 2016 gesteuert haben. Aber auch User, die mit rechtsextremen Inhalten sympathisieren, nutzten den leitenden Hashtag #LastJediAwful. Der Wissenschaftler nimmt an, dass das Franchise angegriffen wurde, weil die ethischen und politischen Positionen im Film in direktem Konflikt mit den Überzeugungen der Trolle stehen.

Offenbar hat die Kampagne jedoch keine größeren Auswirkungen gehabt. „Die letzten Jedi“ bleibt die erfolgreichste Produktion des Jahres 2017. Auf der Filmliste der höchsten Einspielergebnisse steht der Science-Fiction-Streifen momentan auf Platz elf.

Disney/Lucasfilm