The Velvet Underground: Doku von Todd Haynes beim Filmfestival in Cannes


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Im Frühjahr 2020 diente das Palais des Festivals als Notfall-Krankenhaus. Später war es ein Corona-Impfzentrum. Nun kann der zentrale Spielort an der Croisette wieder seine legendäre Freitreppe nutzen und rote Teppiche ausrollen. Nach einer abermaligen Verschiebung vom angestammten Termin im Mai versammelt Festivaldirektor Thierry Frémaux nun bis zum 17. Juli die internationale Filmwelt. Test-Maßnahmen und Quarantäne inklusive.

Todd Haynes präsentiert in Cannes seine aufwendige Musik-Dokumentation über Velvet Underground, die in enger Zusammenarbeit mit John Cale und Moe Tucker entstanden ist. Nach seinem Glamrock-Film „Velvet Goldmine“ und der 2007er-Doku über Bob Dylan „I´m Not There“ steigt Haynes nun tief in die New Yorker Avantgarde-Szene der Sechziger ein. Lou Reeds Witwe Laurie Anderson öffnete dafür das Reed-Archiv. Haynes führte Interviews mit Schlüsselfiguren der Epoche, entdeckte unveröffentlichtes Live-Material und konnte auf Andy Warhols Filmschätze zurückgreifen.

Unsere Vorab-Favoriten an der Croisette

„The French Dispatch“ von Wes Anderson
Anderson widmet sich der Produktion einer (fiktiven) Zeitschrift. Eine kaum verhüllte Liebeserklärung an „The New Yorker“. Dafür bietet er einmal mehr ein Ensemble an Star-Charakteren auf; darunter Tilda Swinton, Lea Seydoux, Frances McDormand, Adrien Brody oder Bill Murray.

„Flag Day“ von Sean Penn
Eine Vater-Tochter-Story, bei der Penn zum Spieler-Trainer wird und selbst die Hauptrolle übernimmt. Die echte, eigene Tochter Dylan Penn wird hier zur Filmtochter. Penn gehört zum Cannes-Urgestein, etwa als Jurypräsident im Jahre 2008.

„Benedetta“ von Paul Verhoeven
Einer von zahlreichen verschobenen Filmen. Bereits für Cannes 2020 vorgesehen: das provokante Epos des Holländers über eine lesbische Nonne im Italien des 17. Jahrhunderts, gespielt von Virginie Efira.