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Blackout Tuesday

Top Ten Club: Dudelsack und Drumcomputer

Sommercharts sind von den Abverkäufen im Handel und den digitalen Zugriffen her nicht die repräsentativsten. Von wegen: Freiluft-Cültüre mit Cornern am Büdchen/Späti. Oder Grillspaß im Garten. Dazu kommt die laufende Europameisterschaft, die zwar weit entfernt ist von der Sommermärchen-Euphorie 2006. Doch immerhin lenken bärtige Isländer und der Poser-Gockel CR7 von den Neuerscheinungen im Lande Popmusik ab.

Vor diesem Hintergrund ist natürlich der aktuelle Siegeszug des ROCK in den Offiziellen Deutschen Albumcharts, den das Fachblatt Musikmarkt diagnostiziert, mit eher schwachen Gesamtzahlen unterlegt. Der Musikmarkt selbst wiederum, seit ziemlich genau 57 Jahren eine Institution in Sachen Musikbranchen-Berichterstattung, macht in der nächsten Woche dicht. Am 8. Juli erscheint die letzte Printausgabe. Auch das Online-Forum und die Charts-Listen werden abgeschaltet. Eine bitterer Abgang nach fast sechs Jahrzehnten. Zumal es mit dem Musikgeschäft – erstmals nach 15 Jahren – wieder aufwärts geht. Doch offenbar ist in Zeiten der 24/7-Verfügbarkeit der gesamten Popgeschichte eine detaillierte Berichterstattung über die geschäftlichen Hintergründe des Label-, Live- und Musikverlag-Geschäftes nicht mehr SO gefragt, Jedenfalls nicht, um ein professionelles Team zu finanzieren. Tschö Musikmarkt, eure Chartsposter waren Legende!

Jedenfalls können nach Volbeat und den Böhsen Onkels nun auch die Mittelalterflohmarkt-Rocker In Extremo aus Berlin ein Banner in Camelot hissen. Ihr schlau auf lateinisch hinge-doomtes Album „Quid Pro Quo“ geht auf die Eins in den Midweek Charts. Mit tollen Retro-Instrumenten wie Drehleier, Dudelsack, Hackbrett und Schalmei lassen sie – selbstverständlich wie reichlich Pyroshow – den Klangbaum brennen. Ihr mittlerweile zwölftes Opus haut wieder mehr in die Metaller-Kerbe und prangert Kapitalismus-kritisch die „Gier der Menschen“ an. In zwei Tracks geben In Extremo den Steinmeier und erklären ihre Liebe zu Russland. Damit wollen sie ein wenig das verzerrte Russland-Bild in der „Lügenpresse“ gerade rücken. „Wir fahren oft nach Russland auf Tour, und noch nie ist es mir so vorgekommen, als sei das ein kriegstreiberisches Volk“, sagt etwa Drummer Florian Speckardt gegenüber stern.de. Wladimir Putin wird es freuen!



John Frusciante veröffentlicht neues Solo-Album „Look Down, See Us“

John Frusciante hat seine Solokarriere, auch nach seiner Rückkehr zu den Red Hot Chili Peppers, nicht aufgegeben. Unter dem Künstlernamen „Trickfinger“ veröffentlichte dieser vergangenen Freitag ein neues und zum freien Streamen verfügbares Album mit dem Titel „Look Down, See Us“. Und als wäre das nicht genug, setzt Frusciante noch einen darauf: zwei weitere Alben sollen in den kommenden Monaten noch folgen. Musik für Gehirn und Körper Mit „Look Down, See Us“ widmet sich Frusciante erneut dem Acid House, eine Stilart der House-Musik, die sich besonders in 80er-Jahren großer Beliebtheit erfreute. Erschienen ist das Album unter Frusciantes neuem Musiklabel „Evar Records“,…
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