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TV-Fußnoten: Dylan und die Dummschwätzer (im Morgenmagazin)

Wie dumm ist eigentlich Peter Großmann? Das muss man doch mal fragen, und dafür müsste nicht mal ein Reporter auf die Straße gehen. Heute genügten zwei Minuten „ARD-Morgenmagazin“, und die Antwort war offensichtlich. Bob Dylan wird 70, natürlich berichten auch die Frühstückssendungen darüber. Die übliche Umfrage in der üblichen Innenstadt ergab die üblichen Plattitüden: Dylan? Da singen die einen sofort „Blowin‘ In The Wind“, und die anderen sagen: Flower-Power, die 68er, Hippies und so, irgendwie politisch. Das alles kann man durchgehen lassen, weil der Ansatz an sich ja schon fragwürdig ist: irgendwelche Leute beim Einkauf zu stören und zu einem aktuellen Thema zu befragen, von dem sie höchstwahrscheinlich keine Ahnung haben. Ich möchte jedenfalls vorm „Karstadt“ nicht zu IWF oder DSK Auskunft geben.

Aber dann kommt das Moderatoren-Trio, und von denen erwartet man doch zumindest ein bisschen Allgemeinbildung. Und was weiß Peter Großmann? Dass man Dylans Texte „nie verstehen konnte“, weil der „immer so genuschelt“ hat. Das klang zum einen, als wäre Dylan nicht 70, sondern schon tot, und zum anderen ist es blanker Unsinn. Obwohl ich gern glaube, dass Großmann die Songs nie verstanden hat. An Dylans Aussprache liegt das freilich nicht.

Jetzt habe ich Angst, den Fernseher heute noch einmal einzuschalten, weil dann bestimmt 68-mal der Begriff „Protestsänger“ verwendet und immer nur „Blowin‘ In The Wind“ gespielt wird. Ich lege mal „Blonde On Blonde“ auf.

„They’ll stone ya when you’re at the breakfast table
They’ll stone ya when you are young and able
They’ll stone ya when you’re tryin’ to make a buck
They’ll stone ya and then they’ll say, ‚good luck‘
Tell ya what, I would not feel so all alone
Everybody must get stoned.“


Die 100 größten Musiker aller Zeiten: Patti Smith - Essay von Shirley Manson (Garbage)

Patti Smith Von Shirley Manson Ich war 19 oder so als ich zum ersten Mal eine Platte von Patti Smith hörte. Das war „Horses“. Ich weiß noch, dass mich der Klang ihrer Stimme faszinierte, dieses Wilde darin. Später gefiel mir vor allem der intellektuelle und politische Gehalt ihrer Texte. Und ich mochte ihr Image, diesen völlig unglamourösen Look mit der Nagelscheren-Frisur. Sie ist eine Folksängerin, auf dieselbe Weise wie Bob Dylan. Mir gefiel, dass sie auch Gedichte schrieb, malte und fotografierte. Für sie war Musik nicht alles. Und sie wusste, was für eine Kraft in ihrem Image steckte, dass sie…
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