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‚Wie ein Autounfall‘: Die Toten Hosen „loben“ die CDU für „Tage wie diese“-Einsatz

Die Toten Hosen haben zum zweiten Mal Stellung bezogen zur politischen Verwendung ihres Lieds „Tage wie diese“. Der Song wurde auf der Wahlfeier der CDU gespielt, die bei der Bundestagswahl 2013 als stärkste Partei hervorging.

Zu den Toten-Hosen-Klängen waren diese TV-Szenen zu sehen: CDU-Fraktionschef Volker Kauder presst mit Leidenschaft das Mikro an den Mund, Angela Merkel und Ursula Von der Leyen klatschen selig aneinander vorbei und im Hintergrund und im Publikum entgleisen die Gesichtszüge vor Freude. Videobilder des Abends gingen über die Kanäle der Nachrichtenagentur Reuters um die Welt.

Nun hat die Band auf ihrer Facebook-Seite einen Kommentar dazu veröffentlicht. Die Toten Hosen gehen anscheinend ironisch mit der Politisierung des Lieds um: „amüsiert“ sei man, die Darbietung erscheine wie „ein Autounfall: Nicht schön, aber man schaut trotzdem hin …“.

Kooperation

Bereits im August hatte Toten-Hosen-Sänger Campino die CDU aufgefordert, seine Musik nicht im Wahlkampf zu verwenden. Rechtlich werden die Toten Hosen allerdings kaum dagegen vorgehen können: Solange Gema-Gebühren abgeführt werden, können Popsongs bei Wahlkampfveranstaltungen mehr oder weniger frei benutzt werden.

Der Toten-Hosen-Kommentar im Wortlaut:

Liebe Freunde,

wir verfolgen aus dem Übungsraum amüsiert die derzeit laufende Kontroverse über die CDU-Version von „Tage wie diese“. Uns persönlich kam die Darbietung eher wie ein Autounfall vor: Nicht schön, aber man schaut trotzdem hin …

Denn eins ist ja wohl klar: Das grausam vorgetragene Lied war immer noch mit Abstand die beste Leistung, die die CDU in letzter Zeit hervorgebracht hat.

Auf die Frage, was wir zur Verwendung unserer Musik bei politischen Veranstaltungen sagen, können wir nur nochmal erneut auf unser Statement vom August hinweisen:

„Wir distanzieren uns von der Verwendung unserer Musik im Wahlkampf!

In letzter Zeit sind wir mehrmals darauf aufmerksam gemacht worden, dass unser Lied „Tage wie diese“ immer wieder auf verschiedenen Wahlkampfveranstaltungen eingesetzt wird, vor allen Dingen bei CDU und SPD. Die Rechtslage ist leider so, dass wir dagegen nichts tun können.

Wir haben nie ein Problem damit gehabt, wenn unser Lied vom Punkschuppen bis zum Oktoberfest den unterschiedlichsten Menschen Freude bereitet. Wir empfinden es aber als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft. Hier wird sie klar missbraucht und von Leuten vereinnahmt, die uns in keiner Weise nahe stehen. Die Gefahr, dass Menschen auf die Idee kommen können, dass es eine Verbindung zwischen der Band und den dort beworbenen Inhalten gibt, macht uns wütend. Es wäre in unseren Augen ein Zeichen des Anstands gewesen, uns vorher zu fragen, ob wir ein Problem mit der Verwendung unserer Musik bei diesen Abenden haben und zu respektieren, wenn wir das nicht wollen.“

Viele Grüße,

Die Toten Hosen


„Weil Du nur einmal lebst - Die Toten Hosen auf Tour“: Weltpremiere auf der Berlinale

Kinostart ist am 28. März 2019, aber die Weltpremiere gibt es bei der Berlinale: „Weil Du nur einmal lebst - Die Toten Hosen auf Tour“ läuft in einer Berlinale Special Gala im Februar. Der Film zeigt die Band auf ihrer „Laune der Natour“ von 2017 und 2018, die eine Million Fans sahen, darunter auch solche beim „Hosen-Fest“ in Buenos Aires/Argentinien. Dramatisch wurde es durch den Tourabbruch – Campino erlitt einen Hörsturz, die Konzertreise wurde später erfolgreich und mit gesundetem Frontmann fortgesetzt. „Ungeschminkt und unzensiert“ „Während der Tour auf der Bühne, Backstage und im Tourbus. Ungeschminkt und unzensiert“ – so soll der…
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