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Highlight: Kritik „The Walking Dead“-Ende: So grandios ist das Finale

WM-Finale 2014, Tipp 2: Deutschland verliert gegen Argentinien 0-1

Die ROLLING STONE-Redaktion nimmt die Fußball-WM in Brasilien unter die Lupe – und tippt den Ausgang verschiedener Spiele. Marc Vetter gibt hier seine Einschätzung zum Finale Deutschland gegen Argentinien ab.

Deutschland: Argentinien 0-1

Klar, es war das siebte Fußballwunder – eine Demonstration deutscher Stärke, ein Jahrhundertspiel, nur übertroffen von der Mondlandung und einigen Dschungelcamp-Folgen. Wir alle werden dieses 7-1 gegen Brasilien nicht mehr vergessen. Zu Recht! Denn es hat alle geltenden Regeln des Weltfußballs aus den Angeln gehoben. Aber nun wartet auf Jogis Jungs der eiskalte Ritt zurück in die Realität. Gegen die von Messi angeführte Minimalisten-Truppe aus Süd-Südamerika geht es im Finale vor allem auch darum, 90 Minuten konzentriert bleiben zu können. Bisher ist Deutschland in jedem Turnier-Spiel zunächst in Führung gegangen. Zwar musste man gegen Ghana zwei Tore nacheinander hinnehmen und Klose einwechseln, um nicht zusammenzufallen, aber das ist mit einem Rückstand durch ein frühes Gegentor oder zum Beispiel einen Elfmeter in der 80. Minute nicht zu vergleichen. In den letzten Jahren hat der Bundestrainer in solchen Situationen kein Konzept gefunden, wie das Spiel gedreht werden könnte.

Die Albiceleste zeigte bisher nicht wirklich, zu welchen kreativen Höchstleistungen sie in der Lage ist. Im Finale werden die Argentinier allerdings erst recht nicht von ihrem ertragreichen Einszunull-Kick abweichen. Sollte Angel Dí Maria tatsächlich noch fit werden und im Verbund mit Messi und Higuain antreten, dann wird die deutsche Verteidigung auf ihre bisher härteste WM-Probe gestellt werden. Ein falscher Schiedsrichter-Pfiff dürfte die Deutschen nicht überraschen – so etwas kam während des Turniers öfter vor.

Bei allem Hurra-Geschrei über die nach dem Ergebnis wohl eindrucksvollste Leistung eines DFB-Teams in der WM-Historie darf nicht verdrängt werden, dass sich hier zwar ein sehr entschlossenes Kollektiv zusammengefunden hat, dennoch aber nicht immer auf der Höhe der eigenen Spielkunst agieren konnte. Mesut Özil stand – auch positionsbedingt – in fast allen Spielen als kreativer Kopf neben sich und fungierte eher als Passverwaltungsplanstelle. Kroos hat zwar seine Rolle als Spielgestalter übernommen, aber wenn eines sicher ist, dann die Tatsache, dass bei dem Neu-Madrilenen auf jedes begeisternde Match sofort wieder ein unterdurchschnittliches folgte. Der Abwehrverbund um zuletzt Boateng und Hummels und an den Seiten Höwedes und Lahm stand sehr sicher, könnte aber durch einige exzessive Dribblings und moderates Umschaltspiel schneller geknackt werden, als das den meisten lieb ist. Gerade der Münchener Unsicherheitsfaktor Boateng nimmt sich immer mal wieder eine Konzentrationsauszeit.



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