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Ein englischer Herbst

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Vom Balkon ihres Fünf-Sterne-Hotels aus hat Christine Mc-Vie nicht nur einen ausgezeichneten Blick über den Londoner Stadtteil Chelsea, sie kann auch ihre eigene Wohnung in der Ferne sehen. Mit ihrer Rückkehr nach England hat sie vor einigen Jahren die Glitzerwelt von L.A. und auch Fleetwood Mac hinter sich gelassen, die Band, für die sie reihenweise Welthits geschrieben hat. Dass sich die Gruppe letztes Jahr nach längerer Auszeit ohne sie wieder zusammenfand, kam für sie nicht überraschend. „Solange Mick aufrecht gehen und die Drumsticks halten kann, wird es die Band geben! Ich habe ihr Konzert im Earls Court gesehen. Es war faszinierend, zum ersten Mal bei Fleetwood Mac im Publikum zu stehen. Sie waren bloody great, vor allem Stevie!“

Bereut hat die inzwischen 61-jährige Birminghamerin die Entscheidung, die Band nach fast 30 Jahren zu verlassen, dennoch nicht – ein Rückzug ins Privatleben war ihr schlicht und ergreifend wichtiger, leisten kann sie es sich längst Da verwundert es schon ein wenig, dass nun (nach den Vorgängern von 1970 und 1984) ihr drittes Soloalbum erscheint. Wie der Plattentitel „In The Meantime“ schon andeutet, entstand das Album fast beiläufig, daheim, in Zusammenarbeit mit ihrem Neffen Dan Perfect. Veröffentlicht hat McVie die Songs allerdings erst auf sanften Druck ihrer Freunde und Familie. „Sie sagten mir, dass ich die Gabe, die ich habe, nicht vernachlässigen dürfe. Sie waren richtiggehend verärgert, dass ich die Stücke nicht veröffentlichen wollte. Also stimmte ich schließlich zu, nicht zuletzt auch, um meine Ruhe zu haben.“ Ob das nun Koketterie oder Bescheidenheit ist – Songs für andere Künstler zu schreiben und sich aus der Öffentlichkeit fernzuhalten, kommt für sie nicht in Frage: „Ich bin sehr eigen, wenn es um meine Stücke geht Sie sind alle so persönlich, dass ich Probleme habe, sie loszulassen.“ Auf dem neuen Album hört man deutlich, dass hier eine Frau Musik macht, die es eigentlich nicht mehr nötig hat. Eine Frau, die zugibt, dass sie neuen Pop nur noch über das Autoradio mitbekommt und sich musikalisch am ehesten an der eigenen Vergangenheit orientiert „Die Versuchung, sich selbst zu plagiieren, ist immer vorhanden. Mir ist natürlich bewusst, dass ein Teil von ‚Friend‘ aus ‚You Make Loving Fun‘ stammt, aber ich dachte mir, nach mehr als 20 Jahren kann ich mir das erlauben.“

Das Geheimnis ihres Erfolges als Songwriterin hat McVie nie zu ergründen versucht. Ihre Herangehensweise hat sich in den letzten drei Jahrzehnten nur in sofern verändert, als sie heute lieber mit anderen zusammen schreibt als alleine. Um sich beim Verfassen neuer Stücke inspirieren zu lassen, macht sie übrigens das gleiche wie viele ihrer Anhänger: Sie legt einfach „Rumours“ auf.

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