Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search
Top-Themen

Manu Larcenet Die Apokalypse des Heiligen Jacky (Blast 2)

Reprodukt

Kommentieren
0
Email
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von
Caption
Foto: Die Apokalypse des Heiligen Jacky (Blast 2) von Manu Larcenet

Wer Larcenets „Der alltägliche Kampf“ oder „Die Rückkehr aufs Land“ kennt, wird sich verstört die Augen reiben. Denn der französische Comiczeichner und -autor, übrigens ehemals Sänger einer Punkrock-Band, lebt in „Blast“ seine dunkels­­ten Seiten aus. Die ursprünglich auf drei Bände angelegte Reihe – inzwischen ist ein vierter in Planung – handelt vom unter Mordverdacht stehenden Polza Mancini, einem groben, verratzten und selbstzerstörerischen Klotz, der im Verhör davon erzählt, wie er sich nach dem Tod seines Vaters von den Fesseln seiner bürgerlichen Existenz als Schriftsteller befreite. Er gibt sich einem rauschhaften Leben in der Wildnis hin und nistet sich in leerstehenden Häusern ein. In „Die Apokalypse des Heiligen Jacky“ berichtet er nun, wie er sich dem Drogenhändler Jacky Jourdain anschließt, eine Entscheidung, die ihn am Ende immer tiefer in die Fins­ternis der menschlichen Seele blicken lässt.

Larcenets ambivalentes Psychogramm eines mutmaßlichen Mörders bricht sich in düsteren Tuschezeichnungen Bahn; in scharfem Kontrast dazu stehen farbenfrohe Kritzeleien seiner Kinder Lilie und Lenni, die den titelgebenden „Blast“ versinnbildlichen, einen Moment lichter Offenbarung. Dass der dritte Band, der im Dezember erscheint, „Augen zu und durch“ heißen wird, man darf es als Warnung verstehen. Doch wehe dem, der hier nicht genau hinschaut. Ihm entgeht einer der besten Comics unserer Tage. 

(Reprodukt, 29 Euro)  

Kommentieren
0
Email

Nächster Artikel

  • Ahmir ,Questlove‘ Thompson & Ben Greenman Mo’ Meta Blues
    7. August 2013

    Wer Larcenets „Der alltägliche Kampf“ oder „Die Rückkehr aufs Land“ kennt, wird sich verstört die Augen reiben. Denn der französische Comiczeichner und -autor, übrigens ehemals Sänger einer Punkrock-Band, lebt in „Blast“ seine dunkels­­ten Seiten aus. Die ursprünglich auf drei Bände angelegte Reihe – inzwischen ist ein vierter in Planung – handelt vom unter Mordverdacht stehenden […]

Vorheriger Artikel
  • Wolfgang Hilbig Das Provisorium

    Wer Larcenets „Der alltägliche Kampf“ oder „Die Rückkehr aufs Land“ kennt, wird sich verstört die Augen reiben. Denn der französische Comiczeichner und -autor, übrigens ehemals Sänger einer Punkrock-Band, lebt in „Blast“ seine dunkels­­ten Seiten aus. Die ursprünglich auf drei Bände angelegte Reihe – inzwischen ist ein vierter in Planung – handelt vom unter Mordverdacht stehenden […]

Weiterlesen
  • Daniel Woodrell - In Almas Augen
    6. Mai 2014

    Als es im Sommer 1929 bei einer Tanzveranstaltung in einem Kaff in Missouri zu einer Explosion kommt, sterben 42 Menschen. Die Gerüchte über die Ursachen des Unglücks schießen nur so ins Kraut, allein an der Wahrheit scheint niemand interessiert zu sein. Außer Alma, die bei dem Desaster ihre leichtlebige Schwester Ruby verloren hat. Sie weiß […]

  • Licht und Schatten - Brad Tolinski
    18. Februar 2014

    Als Chefredakteur von „Guitar World“ hat man es schon mal nicht ganz so schwer, an Jimmy Page heranzukommen – und Tolinski gelangen in den vergangenen 20 Jahren tatsächlich interessante Gespräche mit dem sonst oft schwierigen Hexenmeister. Der gibt allerdings auch hier nicht allzu viel von sich preis, über Musik spricht er immer noch lieber als […]

  • Harry Crews - Florida Forever
    30. Juli 2015

    Selten ist schonungsloser und bösartiger über das Alter geschrieben worden als in diesem so düsteren wie grellen Südstaaten-Thriller. Eine Hundertschaft dem Tod entgegendämmernder Rentner lebt in einem von einem zynischen Vietnamveteranen zur Seniorenlandschaft umfunktionierten Trailerpark in Florida – bis die Karikatur einer männermordenden Bikinischönheit mit dem ziemlich selbsterklärenden Namen Too Much den sedierten Lebensrhythmus in […]

  • Christoph Biermann - Wenn wir vom Fußball träumen
    13. November 2014

    Bereits seit Mitte der Neunziger veröffentlicht der heutige Chefredakteur des Emo-Kicker-Magazins „11 Freunde“ regelmäßig in Langform. Und nach seinem Taktik-Epos „Die Fußball-Matrix“ unternimmt Biermann nun eine sentimentale Reise ins Ich, sprich ins Herz des Ruhrgebiets. Wer schon mal im Stadion am Schloss Strünkede, home of Fünftligist Westfalia Herne, heimlich einen Glücksbringer am Anstoßkreis verbuddelt hat […]

  • Joachim Lottmann - Endlich Kokain
    9. Juli 2014

    Sein Weblog ist mal nie abreißender Bewusstseinsstrom, mal eine nur dahinplätschernde Suada. Und manchmal wirft der Schwadroneur Joachim Lottmann ein Buch ans analoge Land – eine Standortbestimmung der ichbezogenen Gegenwart. Dann entwirft der betagte Popliterat und Übertreibungskünstler, Jahrgang 1956, eine Szenerie, die von der Wirklichkeit vermutlich nur eine Drehung der Schraube entfernt ist: „Nirgends wird […]

  • Renata Adler - Pechrabenschwarz
    9. März 2015

    Die beiden Romane der New Yorker Journalistin Renata Adler, das im Zuge einer Wiederentdeckung durch die Herausgeber der „New York Review of Books“ auch auf Deutsch wieder aufgelegte „Rennboot“ (1976) und „Pechrabenschwarz“ von 1983, verzichten konsequent auf einen klassischen Plot, eine lineare Handlung. Es sind so gesehen Anti-Romane. Renata Adler, Ikone der New Yorker Intelligenzija […]

Kommentar schreiben