3 Fragen an Cat Power und neues Video zu „Cherokee“


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Chan Marshall kann man nicht so ganz definieren, sie lässt sich „nicht in lineare Erzählungen pressen.“ Gespräche seien da wie assoziative Reisen mal hierhin und dorthin. Das stellte  schon unser Redakteur Jörn Schlüter in einem Interview mit der Sängerin und Songwriterin fest, die unter dem Pseudonym Cat Power bekannt ist ( der Artikel ist in unserer aktuellen Ausgabe zu finden). Auch die Produktionsgeschichte um ihr aktuelles Album „Sun“ zeigt den unruhigen Geist der Künstlerin. Das Video Cherokee ist eine Hommage an diese Exzentrik. In einem kleinen Ausflug in das Genre des, nennen wir es einmal „Low-Budget Survival-Horror“, beseitigt Marshall Zombie-ähnliche Wesen mit einem Hybrid aus Wasser-, Spielzeug- und Laserpistole und trifft dann auch auf Cherokee-Indianer. Der Clip findet sich am unteren Ende des Artikels. Damit man eher Zugang findet in die Gedanken- und Gefühlswelt der US-Amerikanerin, hier ein paar Fragmente des Gesprächs mit Jörn Schlüter:

Sie haben die neuen Lieder zusammen mit Ihrem Freund geschrieben?

Nein, die Jams waren toll, aber es kam nichts dabei heraus – ich kann nicht schreiben, wenn jemand in meiner Nähe ist, nicht mal im selben Haus. Ich ging dann in ein Studio in der Nähe und begann dort zu schreiben. Aber als ich die Ergebnisse einem (oben genannten) guten Freund vorspielte – er ist wie mein großer Bruder –, sagte er mir: „Chan, die Lieder sind furchtbar depressiv.“ Das hat mich sehr traurig gemacht – ich fühlte mich wie ein Versager, der nur depressive Lieder schreiben kann. Ich habe dann acht Monate lang nicht gearbeitet.

Auch  eine Odysee durch zahlreiche Aufnahmenversuche mit ihrer Band führte zu keinen großen Fortschritten. Am Ende spielte diese nur auf einem Song der Platte. Marshall ließ die Band aber fünf-, sechsmal hin und herfliegen.

 

Und dabei ist nichts herausgekommen?

Nein, irgendwie nicht. Ich wollte etwas sehr Lebendiges, ich wollte, dass sich ihre superklare Science-Fiction-Musik mit meinen Liedskeletten mischt. Aber es passte einfach nicht zusammen. Dann spielte mir mein Freund ein Lied von den Beastie Boys vor und ich dachte – so klingen meine Liedskelette! Ich traf ihren Mischer (Philippe Zdar) dann in einem Café in Paris und bat ihn, den Mix zu machen.

In der Vergangenheit war Ihr persönliches Befinden Thema  vieler Berichterstattungen – man hatte den Eindruck, es gehe Ihnen oft nicht gut. Das Album klingt im Vergleich zu ihren vorigen Werken entschlossen und fast optimistisch – heißt das, Sie fühlen sich jetzt besser?

So kann man meine Musik nicht lesen. Ich singe nicht über die Sonne, weil ich mich sonnig fühle. Der Titel des Albums ist sehr klar, gegenwärtig, aber es geht mir mehr um Beobachtungen. Ich verarbeite einen Eindruck. Ich weiß natürlich schon, was ich meine, wenn ich singe – aber nicht sofort. Du willst wissen, was die Platte bedeutet?  Frag mich später.

Bei Gelegenheit sollten wir Chan Marshall also unbedingt fragen, was sie uns mit diesem Video sagen will.

Jetzt aber genug des Cat Power-Guidings, hier gibt’s den Clip.

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