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Beigelegt: CD „Rare Trax Vol. 75: Caught By The Fuzz – 50 Jahre Garage-Rock“


von
Rare Trax 75
Rare Trax 75

Wenn sich Rock’n’Roll mit einem „Be-Bop-A-Lula“ auf den Punkt bringen lässt, dann ist Garage-Rock das grimmige Röhren eines rückkoppelnden Vox-Verstärkers − je schmutziger, desto besser. „I’ve been dirt and I don’t care“, sang der junge Iggy Pop, während die Stooges auf ihre Saiten und Felle einprügelten. Im Unterschied zur Biertrinkermusik Punk ist beim Garage-Rock die Sexyness des alten R&B noch intakt − man kann dazu tanzen, es gibt tolle Melodien, und die Musiker wissen, wie man sich auf der Bühne bewegt. Für die vorliegende Garage-Rock-Ausgabe der „Rare Trax“ haben wir unsterbliche Klassiker des Genres mit frischen Updates kombiniert. 

02. Detroit war und ist eine der Hochburgen des Garagenrock. Das beweisen auch die Detroit Cobras, die sich vor allem der Traditionspflege durch Coverversionen widmeten. Die raue Kulisse der untergehenden Industriestadt findet in der Stimme von Sängerin Rachel Nagy einen Wiederhall. 1997 verschaffte das Quintett Wanda Jacksons bizarrstem Song − dem prachtvollen, bereits von den Cramps geliebten „Funnel Of Love“ − einen zusätzlichen Kick.

03. Die Wiederentdeckung des klassischen Garage-Rock begann bereits 1972, als Elektra-Gründer Jac Holzman und der spätere Patti-Smith-Gitarrist Lenny Kaye die legendäre „Nuggets“-Compilation zusammenstellten: „You’re Gonna Miss Me“, die erste Single der Texaner 13th Floor Elevators war einer der Höhe­punkte.   

04. Billy Childish ist der Hohepriester des Neo-Garagenrock: Seit 1979 hat er mit wechselnden Bands über 100 Platten veröffentlicht − von The Pop Rivets über Thee Milkshakes bis zu The Spartan Dreggs. Das herrlich britische „Headcoat Lane“ hat er 1992 mit  Thee Headcoats veröffentlicht.

05. „Nicht lesen! Lesen Sie doch nicht! Lassen Sie Saphire in die Rillen gleiten“: The Monks, das waren fünf Ex-GI’s, die sich im deutschen Gelnhausen zusammentaten. Mit Tonsuren auf dem Kopf und zwei Werbern als Managern veröffent­lichte die Band 1966 den Geniestreich „Black Monk Time“. Wir hören die Demo-Version von „Monk Time“: „It’s Beat-Time, it’s Monk-Time, yeah!“

06. Der aktuellste Beitrag zu dieser „Rare Trax“ kommt von Hanni El Khatib, einem Skateboarder aus San Francisco mit palästinensisch-philippinischen Wurzeln. „Dead Wrong“ stammt von dem im letzten Jahr erschienenen Debütalbum „Will The Guns Come Out“, das El Khatib quasi im Alleingang eingespielt hat.

07. Neben Lenny Kayes „Nuggets“ gehört auch die „Pebbles“-Reihe zu den wichtigen Nachhör-Werken des amerikanischen Garagen-Undergrounds. Auf „Pebbles Volume 1“ findet sich „Beaver Patrol“ von The Wilde Knights. Der schlüpfrige Text dieses rasanten Klassikers mag 1965 für Aufregung gesorgt haben − heute wirkt er so antiquiert wie ein alter Schulmädchen-Report.  

08. The Gories klingen, als wäre ihr Zuhause eine mit altem Blues und derbem Rock’n’Roll vollgestopfte Mülltonne. „I Know You Fine, But How You Doin“, das zweite Album des Trios aus Detroit, wurde von Alex Chilton produziert, der glücklicherweise keinen Anlass sah, die Gitarren zu stimmen und den Sound zu glätten. „Hey Hey, We’re The Gories“ vermittelt einen Eindruck.

09. Die Garagenband schlechthin: The Sonics kamen aus Tacoma, Washington, und mit dem rohen Gitarrensound von Songs wie „Psycho“ oder „The Witch“ beeinflusste das Quintett Generationen von Nachahmern. Jack White bezeichnet sie als wichtigste Inspiration der White Stripes: „Härter als die Kinks und punk, lange vor Punk.“ Wir haben uns für das großartige „He’s Waiting“ aus „Boom“ (1966) entschieden. 

10. „If Mother Knew“ gehört zu der Sorte Gospelsongs, die weniger den Herrn preisen als die eigene fragwürdige Existenz. Die Oblivians haben dafür den Organisten Mr. Quintron mit dem Bus von New Orleans nach Memphis anreisen lassen: Acht Stunden Hinfahrt, acht Stunden Aufnahmen, acht Stunden Rückfahrt − danach war das Album „… Play 9 Songs With Mr. Quintron“ fertig. Ein Halleluja auf die Wiedergeburt aller Sünder. 

Rolling Stone

Guns N' Roses vs. Nirvana: Chronik eines Streits mit gutem Ausgang

Wenige Bands hatten sich Anfang der Neunziger derart beharkt wie Guns N' Roses und Nirvana. Die Gunners zählten bereits zur Rock-Aristokratie, die jüngere Band um Sänger Kurt Cobain waren die aufstrebenden Grunger. Guns N' Roses standen für Exzess, Nirvana für Depression. Nachdem Cobain das Angebot von Rose ausgeschlagen hatte, für ihn als Support aufzutreten, war der Ofen aus. Hasstiraden und Drohungen folgten. Von der Fehde zwischen Guns N' Roses und Nirvana ist heute nichts mehr zu spüren, nicht nur, weil Kurt Cobain 1994 verstarb. Es scheint auch so etwas wie Freundschaft entstanden zu sein, auf jeden Fall zwischen Axl Rose…
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