Britische Studie: Metal-Fans haben geringes Selbstbewusstsein


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Wer Heavy-Metal-Fans nicht persönlich kennt, hat vielleicht solche Vorstellungen von ihnen: Sie sind immer sauer, sie sind immer laut, und wer sich mit ihnen anlegt, fängt sich gleich eine Backpfeife ein. Kurzum: Das sind die offensivsten Musikhörer unter allen.  Sie sind Rebellen! Und von Satan gesteuert werden sie auch noch.

Eine britische Studie will nun herausgefunden haben: Wer Metal hört, hat ein geringes Selbstbewusstsein. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität von Westminster. Ein Forscherteam von Psychologen kommt zu dem Ergebnis, dass das Hören der Musik vor allem einem Zweck diene: „negative Gefühle auszulöschen“ und sich somit „zu reinigen“, was wiederum das Selbstwertgefühl steigere.

Die Forscher widmeten sich dabei dem von ihnen definierten „zeitgenössischen Metal“, worunter sie die Sub-Formen Metalcore, Extreme Metal und Thrash Metal fassen. Untersucht wurden 219 Frauen und 195 Männer aus England. Die unter die Lupe genommenen Personen haben im Rahmen der Untersuchung unter anderem zehn Songs gehört, die sie nach einer Sieben-Stufen-Skala („extrem schlecht“ bis „extrem gut“) bewertet hatten.

Zu den weiteren Ergebnissen der Studie zählen: Heavy-Metal-Fans haben ein überdurchschnittliches Bedürfnis nach Einzigartigkeit und sind weniger religiös als die Allgemeinheit. „Es ist möglich“, schreiben die Forscher, dass die geringere Religiösität mit einer ablehnenden Haltung gegenüber Autoritäten zu tun hat.“ Dafür spricht auch jenes weitere Ergebnis der Studie, nach dem Metal-Hörer generell „offen für Neues“ seien.

Außerdem hätten die Untersuchungen ergeben, dass weit mehr Männer als Frauen Metal hören. Das könne, so das Forscherteam, damit zu tun haben, dass das Genre vor allem Maskulinität als überlegen darstellt – eine Haltung, die Frauen natürlich weniger gefallen dürfte.

Zum Abschluss ihrer Studie halten die Forscher fest: „Es wäre weit ergiebiger, diese Fans nicht als anti-sozial und gewalttätig zu kategorisieren, sondern die psychologischen Bedürfnisse zu verstehen, die zeitgenössischer Metal für einige Individuen hat.“

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