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Camerons Tasse Tee


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Um den Hau der Engländer zu bebegreifen, sollten gerade die Deutschen und Österreicher berücksichtigen, dass Großbritannien immerhin den wichtigsten Mann der Menschheitsgeschichte hervorgebracht hat: Premierminister Winston Churchill. Er war ein Abweichler und der erste Politiker, der sich gegen Hitler erhob, ihn durchschaute und das Vereinigte  Königreich mit Erfolg verteidigte – ohne Churchill hätte Hitler womöglich die Weltherrschaft übernommen, dann gäbe es heute keinen Rock’n’Roll und keinen ROLLING STONE.

Jeder Engländer seit Churchill glaubt, er sei was Besonderes, ein Kauz oder Exzentriker, ein maverick: Bei uns heißen sie ja „Querdenker“, das sind Leute, die sich Petersilie statt Basilikum auf den Mozzarella tun (der Engländer gießt Hummersoße drüber). Der Zweitwichtigste neben Churchill und ein Supermaverick war König Heinrich der Achte, denn zum Segen der Menschen pfiff er auf den Papst und gründete seine eigene Kirche. Um seine Ziele zu erreichen, ließ er allerdings zwei seiner Ehefrauen ermorden und popularisierte diese Sitte unter Eheleuten; am Ende hatte Heinrich sich totgefressen, er ähnelte Reiner Calmund.

Jamie Oliver, obwohl bei Cambridge geboren und mit Philosophie aufgewachsen, lacht ständig beim Kochen, hat die deutschen Kochshows verursacht und den Köchen eingeredet, sich Humor anzutrainieren. Der humorfreie Berliner Adelsreporter Rolf Seelmann-Eggebert anglisiert sich seit 40 Jahren und kriegt demnächst einen Orden von der Queen, weil er nicht aufhört, vor ihr zu dienern, und oft errät, welche Gegenstände in ihrer Handtasche sind. Was Seelmann-Eggebert verschweigt: Frauen aus ganz Europa berichten und klagen über die Leistungen der Engländer im Bett – die Engländer können entweder eine Erektion kaum mal zwei Minuten halten, oder sie praktizieren das Tantra der indischen Einwanderer und folgen so dem Musiker Sting, der vier, fünf Stunden am Stück liebt (und die Frau muss seine Musik dabei erdulden).

David Cameron, derzeit Churchills Nachfolger, plant eine Racheaktion an Europa, hat seine Gedanken ganz quergelegt und überlegt, ob England auf eigene Rechnung existieren und bei der Europäischen Union kündigen soll; Camerons nächster Schritt wird sein, keinen Schlagersänger mehr zum „Eurovision Song Contest“ zu schicken. Um die Resteuropäer verrückt zu machen und aus reiner Bockigkeit, könnte er dann noch den Linksverkehr auf Rechtsverkehr umstellen, das Umstellen bald wieder zurücknehmen und seinen Tee nicht mehr um fünf Uhr nachmittags trinken, sondern Mick Jagger nachahmen – „I got nasty habits, I take tea at three, come on now honey, doncha wanna live with me?“



Lehrbücher des Gefühls: 5 weise Werke über die Liebe

Natürlich gibt von Shakespeare über Goethe bis hin zu Murakami viele Beispiele für weise Werke über die Liebe in der Literaturgeschichte. Wer sich darin vergräbt, wird nicht zwangsläufig zum unverbesserlichen Romantiker, denn viele der größten Liebesromane enden mindestens für einen Protagonisten unglücklich. Vielleicht bietet es sich auf der Suche nach der großen Liebe deshalb eher an, einen Blick in die eine oder andere theoretische Auseinandersetzungen zu werfen. Hier finden sich - sozusagen als „L'education sentimentale“ (um es mit einem Autor zu sagen, der die Liebe verstanden hat wie kaum ein anderer) - einige Lehrbücher, die diesem Lebensthema mit mal mehr…
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