ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE

Das Revival des Afro-Punk

Das erste, was man im Video zu „The Underside Of Power“ nach ein paar Sekunden sieht, ist ein Baseballschläger, den ein Afroamerikaner lässig über der Schulter trägt. Das Zweite ist eine weiße Hand, die ein Hakenkreuz mit roter Farbe übersprüht. Franklin James Fisher, Sänger der Band Algiers, spaziert durch den Raum, in dem überwiegend schwarze Hipster die Revolution oder zumindest eine Demo planen. Black Panthers reloaded: junge, schicke Aktivisten, wie ihre Vorbilder.

Das gleichnamige Album der Band aus Atlanta zählt zu den politisch ausformuliertesten, die 2017 erschienen sind. Und zu den musikalisch relevanten: Wie aufregend Algiers Industrial Funk mit Soul und Gospel kreuzen, mit Krach und Punk und dem Geist von Public Enemy, das hat kein Vorbild. Auf der Bühne birst die Band vor Energie, und im Hintergrund hängen Transparente, wie sie im Video gemalt und beschriftet werden. „All power to the people!“

Wie bei Sly Stone vor 50 Jahren führt die Auseinandersetzung mit dem Rassismus zu einer Auseinandersetzung mit (weißem) Rock’n’Roll. Was auch für eine weitere US-Band gilt, die im vergangenen Jahr an den Afro-Punk der 80er-Jahre erinnerte: Ho99o9, gesprochen „Horror“, im Kern ein Rap-Duo aus New Jersey, das harte, gebellte Lyrics mit harscher Elektronik koppelt, einerseits, andererseits auch übertourten, schnellen Hardcore-Punk nach Art der Bad Brains spielt. Live ein nudistischer Exzess, auf ihrem Debütalbum, „United States Of Ho99o9“, diszipliniert zwischen Downbeat-HipHop-Lärm und Speedpunk wechselnd. Im Ho99o9-Video „War Is Hell“ gehen die Bilder aus dem Algiers-Video einen Schritt weiter: Hier fliegen Steine und Mollis, hier brennen die US-Flagge und das Weiße Haus. Afroamerikanischer Wutrock. Trump würde kotzen.

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Die besten Songs aller Zeiten: „Paint It Black“ von den Rolling Stones

Brian Jones spielte die gespenstische Sitarmelodie bei der Session zu diesem Klassiker, 1966 in Los Angeles. Bill Wyman steuerte die Klezmer-artige Orgel bei, die Studiolegende Jack Nitzsche das Zigeunerklavier. „Brian hatte die Gitarre damals fast ganz aufgegeben“, erinnerte sich Keith Richards. „Wenn noch irgendein anderes Instrument rumlag, musste er unbedingt was damit anstellen. Das gab dem Sound viele unterschiedliche Texturen.“ Im Text gibt es weniger Abwechslung: „I look inside myself and see my heart is black/I see my red door and it has been painted black…“ Die ganze Welt ist schwarz, und nicht mal Mädchen im Sommerkleidchen können helfen. Diese…
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