Die besten deutschen Songs aller Zeiten: Deichkind – „Limit“

Mit „Electric Super Dance Band“ nahmen Deichkind 2005 für Mecklenburg-Vorpommern am „Bundesvision Song Contest“ teil. Sie belegten nur Platz 14 von 16, legten aber ein Jahr später mit dem Album „Aufstand im Schlaraffenland“ so etwas wie einen Meilenstein vor.

Die HipHopper aus Hamburg integrierten dort auf LP-Länge Electropunk in ihren Sound und schufen die Über-Partyhymne „ Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“. Ihre anarchischen, neonfarbenen Konzerte wurden legendär. Bei diesen schlüpfen sie in selbstgemachte Kostüme aus Müllsäcken, springen Trampolin, lassen sich im Schlauchboot über die Menge treiben und Bier und Konfetti ins Publikum regnen.

Neuanfang für Deichkind

Doch nicht nur die ritualisierte Exzess-Alltagsflucht bei ihren Shows und der hedonistische Befreiungskampf gegen den grauen Alltag auf den erfolgreichen Nachfolgealben „Arbeit nervt“ (2008) und „Befehl von ganz unten“ (2012) machen DJ Phono, Kryptic Joe, Porky und Ferris Hilton zu einer deutschen Band, an der man nicht vorbeikommt.

Kooperation

HipHop mit Elektronik-Sounds – die Richtung, die die Band mit ihrem Auftritt beim „Bundesvision Song Contest“ einschlug, klang schon auf „Limit“ von ihrem 2002er Album „Noch fünf Minuten, Mutti“ an – und das noch bevor Künstler wie Kanye West die Orientierung von HipHop an elektronischer Musik international erfolgreich machten. Das Brummen und Fiepen ist noch als HipHop-Beat arrangiert, doch nicht umsonst passt der Song auch bei besagten Live-Parties noch wunderbar ins Repertoire der späteren Tech-Rap-Alben, wie die Band ihre Musik mittlerweile selbst nennt.

Produktionstechnisch noch aufwendiger, ein bisschen mehr Nonsens und Schlaues platt verpackt, wie in „Illegale Fans“ – sonst aber markiert „Limit“ das Ende ihrer astreinen Deutschrap-Anfänge mit „ Bon Voyage“ und den Übergang zu dem, wofür sie heute stehen. Hört ihr die Signale?


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