Die besten Doppel-Alben aller Zeiten: Bob Dylan – „Blonde on Blonde“


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Als Bob Dylan am 5. Oktober 1965 im New Yorker Columbia-Studio mit den Aufnahmen zu „Blonde On Blonde“ beginnt, streiten sie noch heftig über seine Elektrifizierung und das Newport-Fiasko, beschimpfen ihn die Folkniks als Ketzer. Ein Jahr lang hat er Songideen gesammelt, während der nerven-aufreibenden Welttournee Zettel vollgekritzelt. Jetzt holt er sich die Hawks als Backingband ins Studio und zieht, nachdem es in New York nicht so gut läuft, nach Nashville um. Dort endlich entsteht das, was Dylan später „diesen dünnen, wilden Quecksilber-Sound“ nennt. „Blonde On Blonde“ erscheint dann am 20. Juni 1966, schließt nicht nur Dylans ersten Rockzyklus ab, der mit „Bringing It All Back Home“ und „Highway 61 Revisited“ begonnen hat, sondern darf auch als das erste Doppelalbum in der Rockhistorie gelten. Frank Zappas „Freak Out!“ wird eine Woche später veröffentlicht.

Die 14 Songs verweigern sich verrätselt jeder Einengung. Dylan lädt Rock’n’Roll, Country, Folk und Blues surrealistisch, expressionistisch oder symbolistisch auf und gefällt sich in der Rolle des an Arthur Rimbaud und William Blake geschulten Erzählers, dem man niemals trauen darf. Während die dreiste, mit Blechbläsern dekorierte Satire „Rainy Day Women #12 & 35“ bekifft kichernd („Every-body must get stoned!“) nach New Orleans schielt, schlurft der Blues „Pledging My Time“ nach Chicago. Während das Großwerk „Visions Of Johanna“ ein verstörend-verworrenes Liebeslied ist, ist „I Want You“ eine als Popsong verkleidete Hymne auf das Begehren. Und am Ende erwartet einen das elfminütige Walzer-Versepos „Sad Eyed Lady Of The Lowlands“, das eine Plattenseite füllt, das ein Hochzeitslied für Dylans erste Frau, Sara, sein könnte und das Dylan damals für „den besten Song, den ich jemals geschrieben habe“, hielt.


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