„Einer flog über das Kuckucksnest“: Häuptling der Herzen

Man muss vielleicht wissen, dass es im Englischen einen Abzählreim gibt, in dem drei Gänse und ein Kuckucksnest vorkommen. Und vielleicht muss man auch wissen, dass der Kuckuck ja kein Nest baut, weshalb die eine Gans nicht über ein Kuckucksnest fliegen kann. Das ist der Witz daran. Und vielleicht ist es die Erklärung für das Schicksal von R.P. McMurphy, den womöglich verrückten, wahrscheinlich aber nur faulen, wilden und maßlosen Typen, dem Jack Nicholson für immer ein Gesicht gegeben hat.

McMurphy hat noch kein richtiges Gesicht in dem Roman von Ken Kesey, der 1962 erschien: „Einer flog über das Kuckucksnest“ ist die Beschreibung des Lebens in einer psychiatrischen Klinik in Oregon, in der die Patienten mit Medikamenten und dem immer gleichen Tagesablauf ruhig gestellt werden, wenn sie nicht schon vollkommen still sind. Ein Befreiungsroman über die Gesellschaft als totalitäres System, erzählt aus der Sicht eines als schizophren diagnostizierten und für taubstumm gehaltenen Indianers, genannt Häuptling. Kesey selbst hatte in solch einer Klinik gearbeitet, deshalb ist das Buch schwer angreifbar. Es ist sentimental, es ist traurig, und es ist sehr komisch.

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Der deprimierende Muff einer geschlossenen Anstalt

Der berühmte Kirk Douglas kaufte die Rechte an dem Roman, doch er scheiterte an der Verfilmung. Dann übernahm sein Sohn Michael das Projekt, ein Schauspieler, der bisher nur durch seine Assistentenrolle in der Fernsehserie „Die Straßen von San Francisco“ bekannt war. Michael Douglas wollte Produzent werden, und Saul Zaentz hatte schon ein paar Filme produziert. Bo Goldman und Lawrence Hauben schrieben ein Drehbuch, es gab bereits eine Theater-Adaption. Douglas und Zaentz verpflichteten den tschechischen Regisseur Miloš Forman, der nach dem Prager Frühling in die USA geflüchtet war und 1971 „Taking Off“ gedreht hatte, einen der Hippie-Filme des New Hollywood. Forman beherrschte das Gefühlige, aber er war auch Realist. Man könnte sagen: Der deprimierende Muff der kommunistischen Tschechoslowakei wurde jetzt der deprimierende Muff einer geschlossenen Anstalt in Oregon, USA.



Studie ermittelt Schlaftabletten: Mit dieser Musik schläft man am besten ein

Gut zu schlafen, hilft uns im Alltag produktiv und gut gelaunt zu sein, doch manchmal will es mit der nächtlichen Erholung dann doch nicht so recht klappen. Musik kann da helfen – insbesondere die einlullende Stimme von Ed Sheeran, wie eine Studie nahelegt. Eine Analyse von 20.000 Einschlaf-Playlists beim Streaming-Dienst Spotify hat ergeben, dass die Musik des rothaarigen Singer-Songwriters am ehesten dazu beiträgt, sich zu entspannen und in den Schlaf zu finden. Er ist nicht nur besonders häufig in den von Spotify-Usern kreierten Einschlaf-Listen vertreten, mit Songs wie „Perfect“, „Photograph“ und „Happier” liegen auch gleich mehrere seiner Hits im Ranking…
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