Freddie Mercury: Sein weltweit zweites Queen-Denkmal steht auf einer Insel in Südkorea


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Die Faust in den Himmel gereckt; in der anderen Hand lässig das Mikrofon. So steht ein in Bronze gegossener Freddie Mercury auf einem Sockel an der Strandpromenade der südkoreanischen Insel Jeju. Das 1,77 Meter hohe Pop-Monument (was exakt den Originalmaßen entspricht) kostete 50 Millionen Won, etwa 37.000 Euro. Ein örtlicher Geschäftsmann und Queen-Superfan hat es in einem langen Ringen schließlich ermöglicht.

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Und anderes als beim Freddie-Standbild im schweizerischen Montreux (wo Mercury zeitweilig lebte) oder bei den Denkmal-Plänen seiner Herzensstadt München galt es in Südkorea hohe Hürden zu überwinden. Der Kulturkanal des TV-Station Euronews berichtet, dass Stifter Baek Soon-yeob bereits im Jahr 2014 einen ersten Antrag zur Errichtung bei den örtlichen Behörden gestellt hatte. Der heute 57jährige erzählte dem Sender, dass er bereits als Teenager Raubkopien von Queen gehört hatte, die bis hinein in die 1970er-Jahre auf dem Verbots-Index der damaligen Militärdiktatur standen. Damals war es Männern auch strikt verboten, sich lange Haare wachsen zu lassen.

Auch die ersten Anfragen an das Queen-Management, in denen er sich nach den Rechten zum Bau der Statue erkundigte, blieben unbeantwortet. Sieben Jahre lang schrieb er jeden Monat eine weitere Mail. Ein Dauerfeuer, das erst 2020 zum Erfolg führte, als die Band zu einem ersten Korea-Konzert (mit Adam Lambert) überhaupt in Seoul weilte. Die Show war eine direkte Folge des immensen Erfolges des 2018er-Films „Bohemian Raphsody“ in Südkorea, den zehn Millionen Menschen.

Baek Soon-yeob (li.) und Kim Pan-jun (re.), vor ihrer Statue von Freddie Mercury

Doch trotz dieser späten Popularitätswelle stieß Baek auf Widerstände bei einigen Anwohnern. Sie wollten in ihrem Ort keine „Statue eines Homosexuellen“. Der lokale Fernsehsender SBS hatte etwa im letzten Jahr noch eine Szene aus „Bohemian Raphsody“ herausgeschnitten, in der Schauspieler Rami Malek einen Mann küsst. In der Kinoversion wurde der Film nicht zensiert.

Einige Queen-Fans reisten nach Jeju, um bei der Enthüllung dabei zu sein. Gitarrist Brian May übermittelte per Videobotschaft, dass er im Geiste dabei sei und dass Freddie Mercury die Ehrung zu schätzen gewusst hätte. Baek sprach die Hoffnung aus, dass die Statue dabei helfen wird, dass „Menschen, die sexuelle Minderheiten kritisieren, ihre Vorbehalte überdenken“. Der Besitzer einer Queen-Bar in Seoul sagte Euronews: „Ich bin mir sicher, dass Freddie uns seinen Segen von dort oben im Himmel gibt“.

ANTHONY WALLACE AFP via Getty Images