Neue Podcast-Folge: „Die Streifenpolizei“ über die Favoriten der Oscar-Verleihung
Highlight: AC/DC: 10 Dinge über die Band, die Sie garantiert noch nicht wussten

Warum spricht eigentlich kaum einer von Herbert Grönemeyers „Dauernd Jetzt“-Tour?

Mit Journalisten wollte Herbert Grönemeyer eigentlich über seine „Dauernd Jetzt“-Tour reden – vor allem wegen des Konzerts in Bochum am 27. Mai 2016. Doch dafür mussten die geladenen Pressevertreter direkt einen Vertrag unterschreiben, der einen massiven Eingriff in die Texte der Journalisten möglich macht. Das könnte sich als Fehler herausstellen: Über die Tour wird aktuell fast gar nicht geschrieben und einige Medienvertreter forderten, so ein Verhalten mit Termin-Absagen abzustrafen.

Die schriftliche Vereinbarung, welche die Redakteure und Autoren vor dem Termin unterschreiben sollten, ermöglichen Grönemeyer und seinem Management Änderungen an vielen Inhalten. Nicht nur die Zitate im Interviewtext können geändert werden, sondern auch „Zitate auf dem Titel, in der Überschrift und in Bildunterschriften“ – kurzum: Fast alle Worte können vom Musiker und seinem Management neu geschrieben werden. Und welche Fotos benutzt werden, liegt laut dem Vertrag natürlich auch nicht mehr in der Hand der Presse.

Der DJV forderte Termin-Absagen

Viele Redaktionen und Verlage haben sich daraufhin entschlossen, Termine mit Grönemeyer nicht wahrzunehmen. Frank Überall, dem Vorsitzenden des DJV NRW, fallen nur drastische Worte für solche ein Vorgehen ein: „Wer sich solchen Knebelverträgen beugt, gibt seine journalistische Unabhängigkeit an der Tür zum Interviewraum ab. Das hat mit journalistischem Handwerk genauso wenig zu tun wie mit Pressefreiheit“, gab der 44-Jährige zu Protokoll – zusammen mit einer Empfehlung, sich solch ein Vorgehen generell nicht mehr bieten zu lassen.

Kooperation

Anna Calvi live in Berlin: Nennt es „The Anna Calvi Experience“

Die Gitarre wirkt an der sylphidenhaften Erscheinung in scharlachrot wie ein gigantischer Vorschlaghammer, dessen Wucht vom ersten Ton an die Luft im ausverkauften Berliner Astra wabern lässt. Kontrolle bedeutet Macht, dessen ist sich Anna Calvi bewusst. Die wird sie an diesem Abend auch nicht mehr abgeben. „I opened the door wide / I wanted to survive“, so formuliert sie ihren natürlichen Überlebensinstinkt im männlich dominierten Revier der mit E-Gitarren-bewaffneter Jäger. Die Bühne ist eingehüllt in weiße, rote und schwarze Nebelwolken, die sich zu einem dunkelgrauen, unheilvollen Dunst vermengen. Wie der Nebel selbst gleitet Calvi mit ihrer Telecaster hauchzart vom Opener…
Weiterlesen
Zur Startseite