Im neuen ROLLING STONE: CD Rare Trax – „Best Of 2017“

>>>Die Inhalte der Januar-Ausgabe

1. Kelela „Better“

Nach einigen tollen Singles übertraf das Debütalbum der New Yorkerin Kelela Mizanekristos tatsächlich noch die Erwartungen. Ihr eleganter Mix aus Elektropop und experimentellem R&B erinnert an Solanges Meisterwerk „A Seat At The Table“. „Better“ ist zärtlicher Soul von geradezu lasziver Zurückhaltung.

2. Morrissey „Spent The Day In Bed“

Ob er für den Reim „No bus, no boss, no rain, no train“ seine Chancen auf einen Literaturnobelpreis erhöht hat, ist fraglich. Doch sein Rat, mal lieber im Bett zu bleiben und die Nachrichten nicht weiter zu verfolgen, scheint in Zeiten von viralem Populismus und Fake-News nicht der schlechteste zu sein. Und ein neues Morrissey-Album war Ende 2017 eine schöne Überraschung.

3. Destroyer „Ivory Coast“

Nach dem springsteenesken Überschwang auf „Poison Season“ (2015) war absehbar, dass Dan Bejar mit dem nächsten Destroyer-Werk eine andere Richtung einschlagen würde. In „Ivory Coast“ wabern unheilvolle Synthies, donnern ferne Drums wie bei The Cure, circa „Pornography“.

4. Gisbert zu Knyphausen „Das Licht dieser Welt“

Das Titelstück seines aktuellen Albums hatte zu Knyphausen bereits für Andreas Dresens Film „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“ geschrieben. Es ist ein stilles Kleinod, eine Feier des kleinen großen Glücks, der Kindheit, der ­Familie, der Liebe.

5. Nikki Lane „Foolish Heart“

Dass traditionelle Country-Musik nicht zwangsläufig erzreaktionär und langweilig sein muss, sondern betörend frisch klingen kann, hat im Jahr 2017 vielleicht niemand schöner bewiesen als die Sängerin aus South Carolina. Ihrem großen Vorbild Loretta Lynn kommt sie mit Songs wie „Foolish Heart“ ein Stück näher.

6. Ron Sexsmith „West Gwillimbury“

Sexsmith hat schon auf vielen Alben bewiesen, dass er Melodien und Texte schreiben kann wie sonst nur wenige Meister der Popgeschichte. Die Vollendung seiner Kunst ist zweifellos das göttliche „The Last Rider“.

7. Loyle Carner „No CD“

Carners „Yesterday’s Gone“ gehört zu den besten Debütalben des Jahres. Sprache und Beats des britischen HipHoppers sind spürbar inspiriert von The Streets, Kate Tempest und amerikanischen Vorbildern wie A Tribe Called Quest.

8. Moses Sumney „Don’t Bother Calling“

Auch die auf sinfonischem Soul und geloopten Folk-Mustern gebauten Songs des Sängers aus L.A. sind von einer idiosynkratischen Meisterschaft, wie man sie bei Newcomern nur sehr selten findet.


John Lennon: Sein Tod und die Geschichte seines Mörders

„Double Fantasy“ Im Sommer und Herbst 1980 arbeiteten John Lennon und Yoko Ono in der New Yorker Hit Factory an „Double Fantasy“, Lennons letztem Album. ROLLING-STONE-Redakteur Arne Wilander schrieb darüber: Auf dem Album sind einige der besten Stücke enthalten, die John Lennon nach „Plastic Ono Band“ schrieb – hätten „I’m Stepping Out“, „Nobody Told Me“, „I Don’t Wanna Face It“ und „Borrowed Time“ die Platte ergänzt, wäre es ein großartiges, wenn auch gar nicht modernes Rock-Album geworden. Yokos eklektische, teils rhythmisch-treibende, teils pompös-sentimentale Stücke haben die größtmögliche Distanz zu Lennons schnodderigen Gitarren-Attacken. Albert Goldman nennt „(Just Like) Starting Over“ einen „Rückgriff…
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