Jochen Distelmeyer: Er ist zurück – und wandert einsam durch die Stadt


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Ein Mann wandert an einer norddeutsch anmutenden Backsteinfassade vorbei. Sein Weg führt ihn in eine Musikalienhandlung, in der er sich nach sorgfältigem Klampfen-Test für eine Akustische entscheidet.

So beginnt die Rückkehr von Jochen Distelmeyer (55) auf den Solo-Pfad des Showbiz. Neuer Song, neues Glück? Mit einer direkten Ansprache ans geschätzte Publikum, die als Ode an die Einsamkeit beginnt: „Rings um dich nur Krieg und Krise, Tod. Auf deine Welt ein harter Regen fällt. Und die nicht weiß, wo deine Liebe wohnt …“

Eine latent traurige Ballade, verknüpft mit einer aufmüpfig versöhnlichen Note. Später im Filmchen steht Distelmeyer mit aufgeständerter Dylan-Mundharmonika auf der Straße und singt im Straßensänger-Style „vom Ende der Gewalt“. Als Desperado unserer Zeit wandelt er zum Ende seiner Moritat in die Nacht …

Eine Coveroptik von „Ich Sing Für Dich“ auf Spotify zeigt einen gezeichneten Landburschen mit Schirmmütze, der ein Bäumchen pflanzt. Der Wind scheint in Richtung Folk zu wehen.

Vom Mittelstreifen einer Straßenbrücke und der brennenden Frage, ob „das Paradies je wiederkommen wird“ geht es nun geradewegs zu Distelmeyers neuem Solo-Album „Gefühlte Wahrheiten“, das zum 1. Juli beim Label Four Music erwartet wird.

Ein bei Apple Music platziertes „Pre-Order-Tracklisting“ präsentiert bereits zwölf Songs auf deutsch und englisch. Der Meister bleibt dabei in seinem „wording“ kurz und knapp. Spartanische Titel wie „Manchmal“ oder „Zurück Zu Mir“ lassen auf einen neuen Wort-Minimalismus schließen. „Gefühlte Wahrheiten“ ist das erste Distelmeyer-Album mit neuen Songs seit „Heavy“ von 2009. Mit seinen Blumfeld-Kollegen geht er weiterhin auf Tour, spielte zuletzt auf dem ROLLING STONE Beach.