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„Game of Thrones“-Star Esmé Bianco: „Marilyn Manson hat mich fast zerstört“


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Nachdem die Schauspielerin Evan Rachel Wood Anfang Februar einen Text auf Instagram teilte, in dem sie ihrem Ex-Freund Marilyn Manson des jahrelangen körperlichen und seelischen Missbrauchs bezichtigte, sind mehr als ein Dutzend anderer Frauen mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit gegangen.

So nun auch die Schauspielerin und Burlesque-Tänzerin Esmé Bianco, die vor allem mit ihrer Rolle als Ros in der HBO-Erfolgsserie „Game of Thrones“ bekannt geworden ist. Bianco berichtet in einem ausführlichen Beitrag mit dem „New York Magazin“ von ihrer kurzen, aber intensiven Beziehung mit Manson und nennt den Sänger einen „Serien-Täter“ und ein „Monster, das mich fast zerstört hat und so viele Frauen fast zerstört hätte“.

Achtung, Trigger-Warnung: Die folgenden Zeilen enthalten Beschreibungen von sexuellem, physischem und emotionalem Missbrauch.

Für den Artikel stellte die Schauspielerin dem Blatt mehrere E-Mails, Textnachrichten und Fotos aus ihrer Zeit mit Manson zur Verfügung, die ihre Anschuldigungen untermauern. Sie erzählt, dass sie Manson im Jahr 2005 über dessen damalige Verlobte Dita von Teese kennenlernte und den Kontakt mit ihm hielt, bis er sie im Jahr 2009 nach Los Angeles einfliegen ließ, um sie als Darstellerin für sein Musikvideo zu dem Song „I Want to Kill You Like They Do in the Movies“ zu engagieren.

Musikvideo mit Esmé Bianco wurde nie veröffentlicht

Während sie von einem strikt professionellen Dreh ausging, „verwischte die Grenze zwischen Kunst und Realität sofort“, als sie ankam. „Bianco, die damals 26 Jahre alt war, sagt, dass sie die nächsten drei Tage in Unterwäsche verbrachte, kaum schlief oder aß, wobei Manson eher Kokain als Essen servierte“, heißt es in dem Artikel. Daraufhin, so Bianco, wurde er gewalttätig, fesselte sie an einen Gebetsschemel und peitschte sie aus. Das Musikvideo wurde nie veröffentlicht. Nach dem „Dreh“ entwickelte sich laut der Schauspielerin eine Affäre, die darin gipfelte, dass sie im März 2011 bei Manson einzog.

Marilyn Manson

„Ich fühlte mich im Grunde wie eine Gefangene“, erzählt Esmé Bianco. „Ich kam und ging, wie es ihm gefiel. Mit wem ich sprach, wurde komplett von ihm kontrolliert. Ich rief meine Familie an, während ich mich im Wandschrank versteckte.“

Bianco behauptet, dass Marilyn Manson sie mit einer Axt jagte

Einmal, so Bianco, schnitt Manson ihr mehrmals mit einem Messer in den Oberkörper. „Ich erinnere mich, dass ich einfach da lag und mich nicht wehrte“, sagt sie. „Es war so eine Art Moment des letzten Strohhalms, in dem ich jedes Gefühl von Hoffnung und Sicherheit verloren hatte.“ Nach etwa zwei Monaten bei Manson befand sich die Schauspielerin nach eigenen Aussagen in einem mehr oder weniger „dissoziativen Zustand“ und begann, heimlich nach Wohnungen zu gucken.

In dem Beitrag im „New York Magazine“ heißt es: „Bianco sagt, dass sie verängstigt war und wie viele Überlebende von häuslicher Gewalt eine Art Stockholm-Syndrom entwickelt haben könnte, das ihre Realität verzerrt hat.“

Letztendlich verließ sie den Musiker mitten in der Nacht und machte per Email mit ihm Schluss – kurz zuvor, so berichtet sie, habe Manson sie mit einer Axt durch das Haus gejagt. Seit den schweren Vorwürfen gegen Manson haben sich sowohl sein aktuelles Label als auch einige TV-Produktionsfirmen von ihm distanziert und verabschiedet. Eine US-Senatorin forderte FBI-Ermittlungen.

Frazer Harrison Getty Images

Missbrauchs-Vorwürfe: Alice Cooper verteidigt Marilyn Manson und Johnny Depp

Aktuell ist Alice Cooper damit beschäftigt, sein neues Album „Detroit Stories“ zu promoten. In einem Video-Interview äußerte sich der Rockveteran nun jedoch auch zu den Missbrauchs-Vorwürfen gegen Marilyn Manson und seinen guten Freund und Bandkollegen Johnny Depp. Zu Manson, dem seit Anfang Februar von mehr als ein Dutzend Frauen emotionaler, sexueller und physischer Missbrauch vorgeworfen wird, sagte Cooper gegenüber „NME“: „Es ist insofern lustig, als dass ich Marilyn kenne – als wir zusammen auf Tour waren, kamen wir sehr gut miteinander aus.“ Er fügte hinzu: „Ich habe diese Ader in ihm nie bemerkt, falls sie da ist. Ich glaube immer…
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