Mick Jagger: Update zur Europa-Tour der Rolling Stones


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Mick Jagger hat Auskunft gegeben über die Arbeit zu seinem Titelsong für die britische Serie „Slow Horses“, die Besonderheiten der Arbeit per Video-Call und seine Liebe zu Romanen und historischen Sachbüchern – und den anstehenden „No Filter“-Konzerten der Rolling Stones in Europa.

Zwischen Flow und Abwechslung – die Kunst der Setlist

Zunächst gibt der Frontmann der britischen Band Einsicht in den Prozess der Stones-Setlisten. Um bei den Auftritten Spannung zu generieren, steht für Mick besonders die Abwechslung der Titel im Vordergrund. Gleichzeitig benötige die Setlist eine Einheitlichkeit des Tempos und Rhythmen der Titel: „Man kann nicht ständig während dieser zwei Stunden auf der Bühne zwischen schnellen und langsamen Nummern hin und her wechseln. Das Ganze muss fließen“, sagte Jagger im SWR3-Interview. Es können durchaus mal sein, dass deshalb „Satisfaction“, der größte Hit, nicht jeden Abend live gebracht würde.

Zusammenarbeit für neuen Titelsong  fand über Zoom statt

Darüber hinaus verfasste Jagger gemeinsame mit dem Filmkomponisten Daniel Pemberton den Song „Strange Game“ für die neuen Serie „Slow Horses“. Dafür kommunizierten die beiden über Zoom. Der Entstehungsprozess gestaltete sich trotz der Distanz problemlos: „Es war wirklich einfach. Er hat mir den Track geschickt, aber dieser hatte keinen Gesang, keine Melodie oder Text. Dann sagte er, das sind die Akkorde. Spiel es selbst auf der Gitarre. Dann spielte ich es auf der Gitarre und schrieb den Songtext superschnell.“

Jagger über seine Begeisterung für die Literatur

Außerdem profitierte Mick Jagger beim Schreibprozess davon, dass er bereits mehrere Teile der dazugehörigen Buchreihe von Mick Herron las. Diese dient der Serie als Vorbild: „Ich habe vier gelesen. Und ich habe sie sehr gemocht. Deshalb war es wohl auch so einfach für mich, den Songtext so schnell zu schreiben. Denn ich kannte den Hintergrund und die Bücher.“ Außerdem sagte Jagger, dass er sowohl Sachbücher als auch Romane lese. Zuletzt beschäftigte er sich mit der Historie des Osmanischen Reiches. Im Interview erzählt er von einer Gräueltat dieser Dynastie, die ihm besonders im Gedächtnis blieb: „Als der Sultan alt wurde und kurz vor seinem Ableben stand, haben sich seine Söhne im heutigen Istanbul versammelt. Der älteste wurde normalerweise Sultan und ließ die anderen Brüder töten.“