Eagles of Death Metal verteidigen Beschimpfung einer Frau als „Redefreiheit“ und „Rock’n’Roll“


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Bei einem US-Konzert (25.06.) der „Warped Tour“ gab es einen Skandal um die kalifornische Punkband The Dickies. Deren Sänger Leonard Phillips hatte auf eine Zuschauerin eine Tirade wüster Beschimpfungen niedergehen lassen. Der Auslöser war, dass sie ein Schild mit dem Satz „Teenagerinnen sollten sich keine herabwürdigenden Witze von einem widerlichen alten Mann anhören müssen! Punk sollte nicht räuberisch sein“ in Richtung Bühne hielt.

https://twitter.com/thechubbywubby/status/879268993034584064

Musiker reagieren unterschiedlich auf die Beleidigungen

Die Musikwelt reagiert gespalten auf die Ereignisse. Die einen, wie beispielsweise Torsun Burkhardt (Egotronic), fragt, ob es noch Punk ist, wenn man „misogyne Hasstiraden“ loslässt.

Andere, wie Archie „MC Motherfucker“ Alert von der Terrorgruppe verteidigt das als „punktypisches Verhalten“ und nennt es sogar einen „späten Ritterschlag“.

https://www.facebook.com/archalert/posts/10206932464870505

Jesse Hughes und Noodles sind auf der Seite der Dickies

Nun haben sich auch internationale Musiker geäußert und sich auf die Seite von Leonard Phillips gestellt.

Jesse Hughes schriebt unter seinem Post: „(…) Lang lebe die Redefreiheit! Und lang lebe eine Welt, in der Rock ’n‘ Roll sagen darf, was immer er will!!!!! (…) Ein sicherer Ort existiert bei dir zu Hause, aber nicht an einem Ort, an den du freiwillig fährst und wo du dich zusammen mit einem Publikum an einem öffentlichen Ort befindest (…)“.

Noodles, der Gitarrist von The Offspring, teilt auf Instagram ähnliche Gedanken:

„(…) Es braucht echten Mumm (oder ist es einfach Dummheit?), dort einen sicheren Ort zu verlangen, wo ihn keiner erwartet und auch niemand möchte, dass es einer ist. (…)“. Um seine Argumentation zu bekräftigen wiederholt er einfach die sexistischen Beleidigungen des Sängers der Dickies.

Leonard Phillips uneinsichtig

Auch Leonard Phillips zeigte sich in einem eigenem Statement bislang nur wenig einsichtig:

„Ich habe mich von meiner Wut übermannen lassen. Ich habe sie wissen lassen, was ich von ihrem altenfeindlichen, bösen, Leonard-hassenden Benehmen denke. Ich habe sehr böse Wörter verwendet. Ich verstehe, dass das Wort ‚Fotze‘ sehr aufheizend ist, und dass viele Frauen mit diesem Wort belästigt wurden. Ich hätte sie ‚Arschloch‘ nennen sollen. Es war keiner meiner stolzesten Momente, aber der, in dem ich auf mein Publikum uriniert habe, war es auch nicht.“