Der Geschenkeguide für Musikliebhaber*innen

Rolling Stone Empfiehlt


Kooperation – Suchen Sie noch nach einem passenden Geschenk für Ihre Liebsten oder auch für sich selbst, falls wieder nur die obligatorischen Socken unter dem Weihnachtsbaum liegen? Lassen Sie sich von ROLLING STONE inspirieren! Wir helfen bei der Entscheidung, das perfekte Weihnachtspräsent für Musikliebhaber in der Familie oder im Freundeskreis zu finden. Auf dieser Seite finden Sie in der Adventszeit gesammelte Geschenke, die nach dem Auspacken auf jeden Fall für ein Strahlen sorgen.

Der Geschenkeguide für Musikliebhaber*innen

  • Minor III


    Mit Marshalls Minor III noch länger Musik hören. Auch praktisch: Wird ein Ohrhörer vom Träger herausgenommen, pausiert die Musik automatisch – beim wieder Einstecken ins Ohr geht es nahtlos mit den Lieblingssongs weiter.

  • MOTIF A.N.C.


    Mit Marshalls Motif A.N.C. lassen sich Umgebungsgeräusche ausblenden, sodass man ganz ungestört in die eigenen Lieblings-Tracks eintauchen kann. Das Level an aktiver Geräuschunterdrückung und Transparenz kann ganz individuell bestimmt werden.





Pixies – „Doolittle“


von

Beinahe jeden Monat explodierte der Untergrund, und all diese entfesselten, schmutzigen, apokalyptischen Gitarren, all diese gemurmelten und genölten Fetzen, all dieser Wahnsinn kam aus Amerika. Schon auf dem Cover von „Land Speed Record“ hatten Hüsker Dü eine Halle voller Särge, bedeckt mit der amerikanischen Flagge, abgebildet. Und am Ende des Jahrzehnts, der Achtziger, war zum großen, wütenden Zwei-Minuten-Krach die Melodie gekommen. Es war der Abend vor Nirvana.

Die unvergesslichste Platte dieser Zeit aber ist „Doolittle“ von den Pixies, geschrieben von einem Schrat namens Black Francis, der eigentlich Charles Thompson heißt. Auf „Surfer Rosa“ brachte er die Energie eines Knallfrosches mit mexikanischer Folklore und Dada zusammen und ließ alles hochgehen, auf „Doolittle“ verschmolz er Surf-Gitarren mit Brüll-Orgien, Hardrock und Weltraum-Märchen. „Doolittle“ ist reiner Surrealismus, obwohl wir es damals noch nicht verstanden. Obwohl wir es niemals verstanden. „Got me a movie/ I want you to know/ Slicing up eyeballs/ I want you to know/ Girlie so groovie/ I want you to know“: Mit den ersten Zeilen von „Debaser“ und dem einsetzenden Inferno stand fest, dass Black Francis der Rockmusik eine neue Sprache erfunden hatte.

Seine Mitspieler waren nicht nur die coolsten des Planeten, sie spielten auch wie Tiere: Mrs. John Murphy am Bass heißt heute Kim Deal und war sexy wie Kim Gordon und Tina Weymourth, David Lovering war ein höllischer Trommler, und Joey Santiago war ein Einwanderer, der besser Gitarre spielte als Black selbst. Die Platte enthält ausschließlich Hits und nahm „Nevermind“ auch in dieser Hinsicht vorweg: „Here Comes Your Man“, „Wave Of Mutilation“, „La La La Love You“, „Gouge Away“ und „Monkey Gone To Heaven“ sprengten jede Indie-Disco. Man konnte tanzen zu Gitarren-Rock! So sehr Francis diese Lieder beschleunigte und zerhackte – Songs wie „Mr. Grieves“ blieben Blues, Songs wie „Crackity Jones“ blieben Punk, Songs wie „Hey“ blieben Pop. Und alles blieb einzigartig. Jede Underground-Band seitdem verdankt sich einem Teil von „Doolittle“, aber nur Kurt Cobain kam dem Genie von Black Francis nahe.

Cobain dankte Francis für die Erleuchtung bis ans Ende seines kurzen Lebens. Auch er hatte Francis nicht verstanden. „Cease to resist, giving my goodbye/ Drive my car into the ocean/ You’ll think I’m dead but I sail away/ On a wave of mutilation/ a wave/ wave.“

Charles Thompson machte noch zwei Alben mit den Pixies, die an „Doolittle“ natürlich nicht heranreichten, kaufte ein Haus in Los Angeles, steckte seinen mächtigen Bauch in eine Latzhose und fuhr fröhlich in seinem BMW herum. Für den Rest seines Lebens spielte er sehr guten Schweinerock.

4AD/Rough Trade, 1989