Highlight: Serien wie „The Witcher“: Geschichten von mutigen Krieger*innen und fantastischen Wesen

Review: Game of Thrones, Staffel 7, Folge 1: Der Sound des Stuhlgangs

Dieser Text enhält Spoiler.

Montagen sind untypisch für „Game Of Thrones“, umso lustiger ist diese hier: Samwell Tarly befindet sich in der Maester-Ausbildung, und dazu gehört eben auch, dass man Drecksarbeit leistet. Der Arme muss Nachttöpfe unter dem Bett herausziehen, durch die Gegend tragen, ausleeren. Dabei muss muss er würgen. Nur noch Braun im Sichtfeld. Dieselbe Prozedur, immer wieder. Tagelang.

Humoristische Szenen sind in „Game Of Thrones“ ebenso selten wie Montagen, manchmal funktionieren sie zudem nicht, aber die Kot-und-Kotz-Montage funktioniert, sie wird geschnitten in immer schnellerem Rhythmus, so dass ein Beat entsteht: der Sound des Stuhlgangs. Aber der kurzweilige Fokus auf Samwell ist kein Zeitvertreib. Der schnaufende Fast-Mönch hatte einst einen White Walker erledigt – wer, wenn nicht er, könnte bald herausfinden, wie man die Zombies zur Strecke bringt? Sams Forschung wird weitergehen, er hat eine Schlüsselrolle. Egal, ob er die meiste Zeit nur Scheiße sieht.

Geschichte wird gemacht, es geht voran

Überhaupt ist die erste Folge der siebten Staffel, „Dragonstone“, von erstaunlich schneller Geschwindigkeit. So viele Hauptfiguren in verschiedenen Schauplätzen dürften die Serienmacher Benioff und Weiss bislang in keiner Episode untergebracht haben. Die Khaleesi-Fraktion komplett, die Jon-Snow-Fraktion komplett, die Lennisters, fast alle Grejoys, es reicht sogar für eine kurze Einblendung der White Walker. Der siebten Season voran gegangen ist die bislang längste Staffelpause der Serie, 17 Monate. Kein Wunder also, dass die „Game Of Thrones“-Macher bemüht sind, möglichst viele Charaktere augenblicklich aufzugreifen, da für die Zuschauer einiges in Vergessenheit geraten sein könnte.

Sam macht die Arbeit derzeit nur wenig Spaß

Innerhalb der ersten 20 Minuten betonen drei Figuren aus drei verschiedenen Parteien, dass in Westeros die Zeit von „Winter is Coming“ endgültig vorbei ist. Damit wird George R.R. Martins berühmtester „GoT“-Slogan wohl ad acta gelegt. Jetzt heißt es, darin stimmen Walder Frey, Jon Snow und Cersei Lennister überein: „Winter Is Here!“.

HBO


Serienheldin des Jahres 2019: Daenerys Targaryen

Am Ende von „Game of Thrones“ löscht Daenerys Targaryen eine Stadt, King’s Landing, aus. Sie gewinnt die Schlacht und verliert das Leben. Daenerys, gespielt von Emilia Clarke, war die romantische Lieblingsfigur der Gemeinde: die versklavte Monarchin, in die Ehe gezwungen von dem virilen Barbaren Drogo, die sich von den Ketten befreit, sich nackt aus der Asche eines Feuers erhebt, Mutter der entschlüpften Drachen und Anführerin einer Armee der Unterjochten wird und gegen die garstige Cersei zu Felde zieht, beschützt von ihrem treuen Adlatus Sir Jorah, schließlich erotisch liiert mit dem gutmütigen Krieger Jon Snow. Und Jon ist es, der die…
Weiterlesen
Zur Startseite