Cat Power „Covers“


Domino (VÖ: 14.1.)


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Als Cat Power auf „The Covers Record“ (2000) einfach den Refrain von „(I Can’t Get No) Satisfaction“ wegließ, war klar: Sie hat keinen unnötigen Respekt vor dem Original. Den Rolling-Stones-Hit konnte man nur mit Textkenntnis identifizieren, denn auch die Melodie hatte sie bis zur Unkenntlichkeit verändert. So ergeht es auf „Covers“, ihrem dritten Album mit Interpretationen, auch Bob Segers „Against The Wind“ – dessen Chorus immerhin erhalten geblieben ist. Bei den restlichen elf Stücken, darunter Lieder aus dem Schaffen von Nick Cave & The Bad Seeds, Iggy Pop und Lana Del Rey, bleibt die Amerikanerin den Vorlagen eher verpflichtet.

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Es überrascht, dass sie diesmal Bob Dylan außen vor gelassen hat. Dafür gibt es wieder eine Aktualisierung eines eigenen Songs: Das ursprünglich nur mit einer Stromgitarre live eingespielte, auf Nirvana verweisende „Hate“ vom Album „The Greatest“ (2006) ist nun zum schnelleren, R&B-kolorierten und wurlitzerverzierten „Unhate“ metamorphosiert. Leider auf Kosten der berührenden Tiefe der Urversion. Dieses Manko gibt es auch bei „Bad Religion“, im Original von Frank Oceans Debüt, „Channel Orange“ (2012), zu beklagen, dessen sakrale, getragene Melodramatik die Singer-Songwriterin, die eigentlich Chan Marshall heißt, einfach wegrationalisiert hat.

Aber nicht überall dominiert die Coolness: Aus dem Pogues-Gassenhauer „A Pair Of Brown Eyes“ (1985) hat sie eine hinreißende Harmonium-Version gezaubert. Auch Jackson Brownes „These Days“ interpretiert Marshall im Sinne der 1967 von Nico gesungenen Fassung auf betörende Weise. Das andächtige Finale, „I’ll Be Seeing You“, ein Hit für Billie Holiday zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, ist dem 2019 tragisch verunglückten französischen DJ und Produzenten Philippe Zdar gewidmet, der „Sun“ (2012) abgemischt hatte. Ein Glück, dass die Künstlerin Cat Power ihrem Namen gemäß mindestens sieben Leben hat. Da fällt eine eher durchschnittliche Coverplatte zwischendurch kaum ins Gewicht.


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