John Coltrane Both Directions At Once: The Lost Album

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Herrlich! Natürlich ist dieses im Nachlass von Coltranes erster Frau, Naima, gefundene Album eine Sensation. Oder wie Sonny Rollins, den Coltrane Anfang der Sechziger als Saxofon-Koloss überholte, meint: als hätte man in einer Pyramide eine neue Grabkammer entdeckt. Man hört indes genau, was man um 1963 von diesem wundervollen, „klassisch“ genannten Quartett mit McCoy Tyner am Klavier, Jimmy Garrison am Bass und Elvin Jones an den Drums hören konnte: das Heraufdämmern einer neuen Zeit, Blick nach vorn, Ohr in der Geschichte.

Entstanden zwischen einer Live-Residency im Birdland und Aufnahmen für das am Tag nach diesen Sessions produzierte Song­album mit Johnny Hartman (darum vielleicht hier erstmals und recht gradlinig Nat King Coles „Nature Boy“), wirkt es trotzdem nicht beiläufig oder wie eine Fingerübung. Vielmehr spielt das Quartett meisterlich auf den Schultern der Bopper, melodisch und rhythmisch kohärent, aber man spürt in den meisten Tracks bis zum korrekt betitelten, namenlosen „Slow Blues“, wie Coltrane es kaum noch aushalten kann, nicht ganz abzuheben.

Dabei gönnt er sich ­etwa in einer frühen, knappen Version von „Impressions“ durchaus schon den Ausblick ins Freie – vor allem kann man hier, in Abwesenheit Tyners, schön verfolgen, wie unfassbar sicher und virtuos Jones sich durch die Architektur des Stücks wirbelt. „Untitled 11383“ klingt mit seinem Hardbop-Riff ein bisschen vorläufig, lebt aber von großartigen Soli vom Chef und von Tyner. Das zweite „Untitled“, „11386“, hat zwar nur zwei Harmonien, gefällt mir aber wegen seines Latin-Schlags besser, und es nimmt deutlich Anlauf für die spirituellen Höhen, die er mit dem Quartett bald in „A Love Supreme“ erklimmen würde. (­Impulse/Universal)

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Tina Turner: Nierenspende von Ehemann Erwin Bach

Dass Tina Turners Leben durchwachsen war, ist allgemein bekannt: Der Missbrauch durch ihren Ex-Ehemann Ike Turner ist dabei nur das prominenteste Beispiel. Dass die 78-Jährige auch an ihrem Lebensabend von schweren Schicksalsschlägen getroffen wurde, zeigt die zweite Autobiografie der Musikerin. So soll der Popstar eine Nierenkrankheit vor der Öffentlichkeit geheim gehalten haben, sie war jahrelang auf Dialyse angewiesen. Schließlich benötigte Turner im Jahr 2017 eine Nierentransplantation. Die 78-Jährige hätte sich bereits bei einer Schweizer Sterbehilfe-Organisation angemeldet, da die Funktion ihrer Nieren nur noch bei fünf Prozent lag. Neben der schwindenden Funktionalität ihrer Nieren soll sie zudem an Bluthochdruck, einer Darmkrebserkrankung…
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