Neue Podcast-Folge: „Die Streifenpolizei“ über die Favoriten der Oscar-Verleihung

Kesha Rainbow


Wozu war Popmusik noch mal gut? Genau, um einsamen Menschen das Gefühl zu geben, dass sie in der großen weiten Welt vielleicht gar nicht so einsam sind, weil es da draußen viele andere gibt, die so sind wie sie. Gute Popmusik ist immer Selbstermächtigungsmusik, und weil das so ist, ist die neue Platte der erst ganz großen, dann ganz kleinen und nun wieder stolz wachsenden New Yorker Sängerin Kesha schon jetzt die beste Pop-Platte des Jahres, voller „Hymnen für die Hymnenlosen“, wie es im passend betitelten Stück „Hymn“ heißt, voller großer pathetischer Stücke zur Feier des Andersseins, des Individualismus und des unbeirrten Frauseins in einer immer noch männlichen Welt: Kauf mir keine Drinks! Rauch nicht meine Joints! Nenn mich nicht „Honey“!

Erhebend, altmodisch, zeitlos. (Sony) 

Kooperation

Anna Calvi live in Berlin: Nennt es „The Anna Calvi Experience“

Die Gitarre wirkt an der sylphidenhaften Erscheinung in scharlachrot wie ein gigantischer Vorschlaghammer, dessen Wucht vom ersten Ton an die Luft im ausverkauften Berliner Astra wabern lässt. Kontrolle bedeutet Macht, dessen ist sich Anna Calvi bewusst. Die wird sie an diesem Abend auch nicht mehr abgeben. „I opened the door wide / I wanted to survive“, so formuliert sie ihren natürlichen Überlebensinstinkt im männlich dominierten Revier der mit E-Gitarren-bewaffneter Jäger. Die Bühne ist eingehüllt in weiße, rote und schwarze Nebelwolken, die sich zu einem dunkelgrauen, unheilvollen Dunst vermengen. Wie der Nebel selbst gleitet Calvi mit ihrer Telecaster hauchzart vom Opener…
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