Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search

Metallica Hardwired … To Self-Destruct

Kommentieren
1
E-Mail
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von
Metallica - „Hardwired…To Self-Destruct“ (18. November)

Als die ersten Brocken der Szene zum Fraß vorgeworfen wurde, die grobknochige Defätistenbreitseite „Hardwired“ etwa oder die ziemlich deutliche Abrechnung mit dem Rockstarberuf „Moth Into Flame“, meldeten sich plötzlich die alten Fans zurück. Wer hatte schon noch mit so etwas gerechnet – Songs, die auch auf „Ride The Lightning“ oder „Master Of Puppets“ nicht groß aufgefallen wären.

Und selbst der Sound war mal kein Resultat übergroßen Wollens, Metallica klangen einfach nur recht gut. Über die kleine Peinlichkeit, die immer im Spiel ist, wenn alte Säcke noch mal so tun, als wären sie Anfang 20, wollte man, zumal als alter Sack, gern hinwegsehen. Denn wozu sie als Erwachsene im Stande sind, hatte man ja schon erlebt. Jegliche Peinlichkeit nimmt man gern in Kauf, wenn die ein zweites „Lulu“ verhindert.

Leider hält das 77 Minuten lange und damit entschieden zu lange Doppelalbum dann doch nicht ganz dieses große Versprechen. Weil der Band vor allem im niederen Midtempo-Bereich auch nach achtjährigem Nachdenken nicht mehr viel einfällt. Sie heißen nun mal nicht Black Sabbath und beziehen aus der Ruhe keine Kraft, sie wälzen die eiserne Kugel nur uninspiriert von hier nach dort und dabei verpufft die ganze schöne Energie. Das beste sind hier die verspielten, melodiebeseelten Intros, der Rest ist reine Lethargie. Vor allem „Murder One“, diese enervierend auf der Stelle tretende, komplett humorlose Lemmy-Hommage, muss man ihnen übel nehmen. Bis auf ein paar mehr schlecht als recht zusammengestoppelte Zitate hat das mit dem Säulenheiligen des Genres nichts zu tun.

Aber dieser Verdruss hält nie sehr lange, denn sobald sie den Schneckentempo-Modus verlassen, finden sie wirklich wieder zu alter Größe zurück. Das trotz seiner christlichen Wiederauferstehungsmetaphorik unwiderstehliche „Now That We’re Dead“ döllmert sich geradewegs hinauf zu den großen Metallica-Hymnen. Und „Spit Out The Bone“, die musikalische Panikattacke am Schluss des Albums, ruft vielleicht ein letztes Mal die Erinnerung wach an das, was Metallica eben auch mal waren – eine ziemlich schnelle Band. (Blackened/Universal)

Kommentieren
1
E-Mail

Nächster Artikel

Vorheriger Artikel
Kommentar schreiben
  • Kay Zahnow

    Trotzdem, zusammen mit “Death Magnetic” deutlich besser als alles, was sie seit 1987 veröffentlichten.