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Richard Ashcroft These People

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Als ehemals erfolgreicher Bandkünstler ohne Band sei er wie ein Rehkitz mit leichtem Hinken, fand Richard Ashcroft gerade im „NME“. Damit wollte der doch schon irgendwie interessant unnahbare, ziemlich soulbegabte und nicht gerade egoschwache 44-Jährige begründen, warum ihn als Solokünstler seit 2000 und immerhin fünf Alben die Kritik verfolge, die ihm mit The Verve ja noch in der kurzen zweiten Runde 2007 meist wohlgesonnen war. Als Erklärung reicht aber auch diesmal leider die Musik.

Abgesehen von „Song For The Lovers“ von seinem Solodebüt, „Alone With Everybody“, gibt es nicht viele allein verantwortete Songs, an die man sich gern erinnert. Den Tiefpunkt bildete sicherlich das letzte, 2010 als RPA & The United Nations Of Sound veröffentlichte Album, auf dem er in den USA mit Unterstützung des sonst durchaus oft inspirierten HipHop-Produzenten No-ID besinnungslos über- und fehlproduziertes Quasisoul-Zeug lieferte. So gesehen muss man hier einen Fortschritt feststellen. „These People“ klingt im oben angedeuteten Sinne nach bewährtem Balladen-tum.

Das Thema dieses Albums sei, sagt Ashcroft dazu, der Niedergang von Rede- und Kunstfreiheit, und so hört man gelegentlich in den Lyrics kritisch-apokalyptisches Grübeln. Entsprechend geht es mit „Out Of My Body“ los, wo er zu ungefähr nahöstlichen Synthies und geraden Elektro-trommeln bekennt, dass er Kontrolle nicht möge und einen Zustand „out of my body, out of my mind, out of this world, out of time“ bevorzuge. Der Titelsong, „They Don’t Own Me“ und „Black Lines“ gemahnen mit relativ überschaubarer Rockbesetzung und bekannten, hübschen Dramastreichern an die ehemalige „Bittersweet/Drugs“-Kernkompetenz. Aber sie klingen wie nach Zahlen gemalt und wirken also nicht weiter. Seine elek-tronischen Ideen klingen mal nett achtzigerskurril, mal auch richtig doof („Songs Of Experience“), manche Gitarren erinnern an eine Siebziger–L.A.- Grabbelkiste. Insgesamt ist, was hier lahmt, nicht sein Bein.

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