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Rufus Wainwright Out Of The Game


Universal VÖ: 20.04.2012

Noch nicht 40 ist der Wunderjunge und schon besser dokumentiert als sein Vater. Während die 40 Jahre des Schaffens von  Loudon Wainwright gerade in einer schmalen Box kompiliert wurden, hat Rufus im vergangenen Jahr einen in Samt gekleideten Karton veröffentlicht, in dem 15 CDs und DVDs enthalten sind – neben den spektakulären frühen Alben auch die Oper, die Live-Alben, das Judy-Garland-Konzert, die Klavier-Etüden. Denn nach „Release The Stars“ verließ Rufus Wainwright den Weg, der womöglich zu einer Art von Popstar-Ruhm geführt hätte – und zeigte sehr ausführlich, was er sonst noch alles kann. Nämlich alles.

Mit „Out Of The Game“ setzt er nicht einfach bei den Musical-Melodien und verschwenderischen Arrangements seiner früheren Songs an – er hat eine veritable Pop- und Zitaten-Platte aufgenommen. Zwar ist im Einzelnen nicht genau nachzuweisen, was er herbeizitiert, aber so viel ist klar: Es sind die 70er-Jahre, die er belehnt. Zu schmachtenden Chören und E-Gitarren-Soli singt er Lieder, die in ihrer blühenden Pracht an die kitschigeren Momente des Mainstreams erinnern: Chicago, Stephen Bishop, Queen, Supertramp. Es ist eine Wonne, wie Rufus Wainwright die Welt des MOR mit raffiniertem Pomp und Glamour auflädt und in seiner etwas schläfrig-süffisant jodelnden Manier konterkariert. Das Programm von „Out Of The Game“ besticht mit Klischees der semi-symphonischen Schwelgerei, gerät dabei sogar putzig ins Easy Listening („Welcome To The Ball“) und ins Rondo-Venezia-no-Verdächtige („Bed Of Tears“). Wainwright kennt keine Bescheidenheit – er kostet alle Herrlichkeiten aus.    

„Out Of The Game“, die Phrase, steht für Wainwrights Erkenntnis, dass er der nächsten Generation schon nicht mehr folgen kann – und zwar bei der sorglosen Selbstverständlichkeit, mit der sie Downloads und Streams nutzt. In des Künstlers Brust schlagen mal wieder zwei Herzen: Einerseits beneidet er die saloppen Jünglinge – andererseits gruselt es ihn vor der Leere der Gegenstandslosigkeit. Der Ästhet und Genießer Rufus kann das Nicht-Ausgestattete nicht leiden, Formlosigkeit ist ihm ein Gräuel. In seinen Texten begegnen wir dem jungen Ding mit senilem Geist, jemand hat die Einladungskarte zur Party verschwinden lassen, aber Rufus Wainwright geht trotzdem hin, die Bäume singen seinen Namen, auch wenn der Liebhaber ihn vergessen hat, und nach der Inszenierung des „Fliegenden Holländers“ begibt sich der Sänger nach Berlin, um im köstlichen „Perfect Man“ alle Rosen blühen zu lassen: „Say I’m gonna blow you away.“ Die stille Ballade ist diesmal „Sometimes You Need“ mit Streichern und zauberflötenhaftem Bläsersatz. Und am Klavier streut Wainwright ein betörendes Lied ein, wie es wahrscheinlich überhaupt nur Burt Bacharach und er selbst schreiben können: „Song For You“. In „Candles“ schwelgt das Akkordeon schließlich feierlich zum Kirchenchor – und einem, äh, Dudelsack.      

Die schiere Brillanz lässt uns erschöpft zurück: Wir haben einem Genie gelauscht.


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