The Kills Ash & Ice


Obwohl man ganz am Anfang noch versehentlich den coolen Garagenpunk von Alison Mosshart und Jamie Hince in die Nähe des leiden-schaftlich rauen Bluesrock der White Stripes hören konnte: Komisch, dass man The Kills mal unter Kopieverdacht gestellt hat. Ihr Konzept war von Anfang minimalistisch und urban, was Jack White ja nie so interessiert hat.

Zwischendurch schienen auch die Kills maximalistischer werden zu wollen, also mit Farbendichte und Temperatur zu spielen. Aber fünf Jahre nach dem letzten Album und -eine bittere Fingeroperation bei Hince später wirken sie nun zugleich fett und wieder gestrippter. Die Elektronik in den Beats tritt etwas markanter in Erscheinung, aber die Gitarren brutzeln so schwer wie sparsam und kantig. Viele neue Ideen haben sie nicht, wie die sture Single „Doing It To Death“ und das fast hitzige „Hard Habit To Break“ umstandslos erklären. Ein bisschen schwerfällig klingt ihr Sonnenbrillen-in-der-Nacht-Sound heute schon, aber die Kraft, die Aura und die Old-School-Coolness sind nicht von der Hand zu weisen.


Das „Dschungelcamp“ ist großes absurdes Theater

Jetzt berichten wieder alle über das „Dschungelcamp“. Auch ROLLING STONE. Warum nur - gibt es nicht wichtigere Themen, die dieses Land bewegen? Sicher gibt es die. Aber der Erfolg dieses eigenartigen Sendeformats ist es, dass es trotz Mediantamtams völlig falsch eingeschätzt wird. Eigentlich sollte man annehmen, dass es sich hier um einen weiteren Tiefpunkt in der nach unten offenen Skala des Selbstentwürdigungstheaters handelt, das die Privaten und besonders RTL seit Jahren kultivieren. Aber das wäre zu einfach. Längst wärmt sich eine ganze Nation an diesem Fernsehlagerfeuer. In der Spitze sehen bis zu acht Millionen Menschen dem bunten Treiben im australischen…
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