The Lumineers „Brightside“


Universal (VÖ: 14.1.)


von

Dass Wesley Schultz und Jeremiah Fraites sich Free Beer nannten, als sie 2002 anfingen, gemeinsam Musik zu machen, lässt keinen Zweifel: Sie
haben nicht nur Sinn für Humor, sondern auch ein Talent für clevere taktische Schachzüge. Bereits ihre erste Single, „Ho Hey“, wurde 2012 ein Welthit. Auf „Brightside“ offerieren The Lumineers, mittlerweile wieder zum Duo mit Gastmusikern geschrumpft, anstatt Pointen teilweise recht bemühte Wortspielpoesie („Everyone was only dying to live“).

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Der ungeschliffene Charakter der Aufnahmen, wahlweise mit Live- oder Demo-Feeling, ist hingegen äußerst charmant – mitunter bleiben jedoch Chancen ungenutzt. Der Titeltrack präsentiert schönsten Southern Rock in den Strophen, aber der Refrain gerät bedauerlich beliebig. Das rücken sie mit dem beatlesken Premiumchorus von „A.M. Radio“ gerade, und auch die Klaviernummer „Big Shot“ ist hübsch geworden. Produziert hat, wie auch schon „Cleopatra“ (2016) und „III“ (2019), Simone Felice. Auf Freibier kann getrost verzichtet werden. Schöntrinken muss man sich hier nichts.


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Knarzige Rocksongs mit viel Blues


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