Widerfahrnis Bodo Kirchhoff



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Der Frankfurter Bodo Kirchhoff operiert mittlerweile äußerst produktiv auf der Höhe seiner Kunst. Stets erzählt er dabei von Lebensfluchten, denen er mit der Novelle „Widerfahrnis“ nun auch die der Flüchtlinge hinzufügt. Wobei wir aus dem Kopf des Erzählers, Kirchhoffs Alter Ego, meist nur schwer ausbrechen können. Dieses entwirft darin Bilder von ergreifender Schönheit und Altersweisheit, ausgesprochen von einem Literatur-Liebenden, wie etwa dies: „Nur hatte er als Einziger dem Umstand ins Gesicht gesehen, dass es allmählich mehr Schreibende als Lesende gab.“ Der da spricht, ist ein Kleinstverleger, der gerade hingeworfen hat und sich auf einen spontanen Roadtrip nach Sizilien einlässt. Seine fremde Begleiterin, eine ehemalige Hutladenbesitzerin, hat gerade an seiner Tür geklopft. Als diese zufällt, geht natürlich eine neue auf – zumindest für ein paar Tage. (FVA, 21 Euro)


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