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Festivalbericht

ROLLING STONE Park im Rückblick: Anekdoten aus dem Musikurlaub

ROLLING STONE Park: Das war der Samstag

01:00 Bye, bye ROLLING STONE Park – bis zum nächsten Jahr!

23:45 Ein wenig Zeit lassen sich Element of Crime, um ihr neues Material zu zelebrieren. Die Band ist wunderbar eingespielt. Wie immer. Man wisse um den Konflikt zwischen Präsentation des Neuen und Abfeiern der Hits, sagt Regener. Und schiebt „Schwere See“ hinterher.

23.30 Element Of Crime ersetzen Ryan Adams als Headliner und haben zum Abschluss des ersten RS Park ein paar Liedchen mitgebracht. Sven Regener stellt amüsiert fest, um was für ein „scharfes Gemäuer“ es sich hier als Konzertstätte handelt. Herrlich findet er, so spät und in den Morgen hinein zu spielen.

22:35 Das müssen Element Of Crime, der letzte Act beim RS Park, jetzt erst einmal schlagen: Zu ihrer großen Schlusskakophonie packen die Decemberists tatsächlich als Überraschung einen Hai aus. Was für ein Flaming-Lips-Move!

21:25 Es ist ein Glück, dass die Decemberists beim RS Park dabei sind. Viel zu selten beehren sie deutsche Festivals, dabei sind sie doch eine der zuverlässigsten amerikanischen Indie-Bands – quasi mit 4-Sterne-Garantie. Ihre neue Platte, „I’ll Be Your Girl“ (vergleiche Anna Calvi, „I’ll Be Your Man“), ist erneut ein souveränes Experiment mit für die Gruppe neuen Einflüssen, in dem Fall elektronischer Natur.

The Decemberists

Wie selbstverständlich mischen sich auf den ersten Höreindruck simpel anmutende Soundchiffren wie „Starwatcher“ unter robuste Klassiker wie „The Crane Wife“. Und dann hat Colin Meloy, der sich zu jedem neuen Stück eine andere Gitarre reichen lässt und immer noch wie ein Collegerock-Streber anmutet, mit „Once In My Life“ auch noch einen echten nachhaltigen Hit im Gepäck, der selbst Mumford & Sons neidisch machen muss. December is coming.

20:50 Laura Gibson dürfte mit ihrer engelsgleichen Stimme heute am ehesten für DAS Gegenprogramm zum Freizeitparkfeeling sorgen. Sie singt im Traumpalast viele Songs ihrer berückenden, formidablen neuen Platte „Goners“. Eine hochpersönliche Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit. Das Publikum, zahlreich erschienen, hört auffällig gebannt zu und verteilt hier vielleicht den herzlichsten Applaus des Wochenendes.

Laura Gibson

20:00 „Offizielles“ Flaming-Lips-Merchandising gibt es im Europa-Park auch. Trés bien.

19:15 In der Arena treiben gerade Motorpsycho ihr Unwesen. Eine Band, die sich nach einem Film des vermutlich größten Liebhabers voluminöser weiblicher Brüste benannt hat, den diese Welt je gesehen hat. Wenn es nach Oliver Polak geht, dann sind die norwegischen Hardcore-Experimentalisten besser als die Beatles. Inzwischen haben sie die Fab Four immerhin schon überholt, was die Anzahl der Studioalben angeht.

Motorpsycho

Nach den ersten Minuten ist auf jeden Fall klar: Krachigere, kantigere, kugelblitzartigere Gitarrenriffs wird es heute von keiner anderen Formation mehr geben. Und längere, psychedelischere Songs hat auch niemand im Repertoire. Und jetzt kommen Sie nicht mit den Flaming Lips…

Derweil tritt Ryley Walker im Ballsaal den Beweis an, dass es gar nicht so schlimm ist, längere Zeit nichts mehr von Bill Callahan gehört zu haben, wenn der Ersatzspieler auf dem Platz dermaßen in Form ist. Zeit, noch einmal „Deafman Glance“, Walkers neues Album aus diesem Jahr, aufzulegen. Es könnte in den Jahresbestenlisten mal wieder viel zu weit hinten landen.

Ryley Walker

17:50 Zur Kaffeezeit ein paar Macarons gefällig? Gibt es am Kaffeestand vor dem Dome.

16:50 „I left a woman waiting/I met her sometime later/She said, I see your eyes are dead/What happened to you, lover?“

16:10 Polak erzählt von seinem Besuch bei einem der Comeback-Konzerte von Phil Collins. Hat irgendjemand je gesagt, dass dieser Autor ein Zyniker ist? Das jedenfalls ist eine fast rührend-naive Liebeserklärung an Collins. Und dann auch noch an Dieter-Thomas Heck.

Oliver Polak

15:55 Die Lesung von Oliver Polak findet in einem herrlich altmodischen Kinosaal statt. Genau der richtige Ort für den Autor, um seine großformatigen Betrachtungen aus dem Glutofen der Musikwelt zu präsentieren. Natürlich nur echt mit Power-Point-Präsentation und „Verstärker“ von Blumfeld als Einlauffanfare.

Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg.

15:45 Richtig! Roger Moore.

Roger Moore (* 14. Oktober 1927 in Stockwell; † 23. Mai 2017 in Crans-Montana, Schweiz)
Roger Moore (* 14. Oktober 1927 in Stockwell; † 23. Mai 2017 in Crans-Montana, Schweiz)

15:30 Preisfrage: Welchem ehemaligen Europa-Park-Besucher gehören diese Goldfinger?

15:10 Das Karussell mitten im Festivalbereich muss man gesehen haben. Hier spielte vor wenigen Minuten Hudson Taylor.

15:00 Zeit zu überbrücken? Zeit für Schmuckstücke.

14:20 Line Up Change

13:50 RS-Redakteure empfehlen das weitere Programm an diesem Tag: Oliver Polak, Motorpsycho, The Decemberists, Element Of Crime.

13:40

Es geht hier im Europa-Park um echten Musikurlaub.

13:15 „Die Veränderungen der Musikwelt machen auch vor dem RS nicht Halt“, sagt ROLLING-STONE-Chefreakteur Sebastian Zabel. Junge Menschen hörten eher Songs, weniger Alben, bräuchten keine physikalischen Tonträger und ließen sich von ihren Freunden beraten (und nicht von Magazinen). „Der RS ist da ein bisschen wie Vinyl, das ja auch gegen den Trend wächst und wieder mehr Fans und Käufer findet.“

13:05 ROLLING-STONE-Redakteur Arne Willander erzählt, dass es nach wie vor ein tolles Erlebnis ist, dass viele Redaktionsfavoriten bei den beiden vom Heft präsentierten Festivals dabei sind. Manche erleben hier ihren ersten großen Gig, die danach weltbekannt werden (Ed Sheeran!). Andere werden auf ihrer Karriere begleitet und treten zuverlässig auf (John Grant). Nun soll auch der RS Park als Plattform glänzen, neue, talentierte Musiker und Bands einem tollen Publikum zu präsentieren.

RS-Chefredakteur Sebastian Zabel spricht über den Relaunch des Magazins und verspricht: „Der ROLLING STONE entwickelt sich weiter, aber er bleibt sich auch treu“. Stolz könne man auf die Leser sein, die das Heft seit Jahren kritisch begleiten und so auch prägen.

ROLLING STONE Talk

12:55 Gleich startet der RS-Talk im Traumpalast. ROLLING-STONE-Redakteure geben Auskunft über den Redaktionsalltag, das neue Festival, obskure Erfahrungen mit Musikern, Alben des Jahres und bisherige Festivalhighlights.

12:20 Eine Fahrt mit der Schweizer Bobbahn, einer der (etwas in die Jahre gekommenen, gleichwohl weiterhin charmanten) Klassiker im Park im Alpen-Themenbereich, bietet dann doch den kleinen Adrenalinkick zwischendurch. Rasant geht es in knapp zwei Minuten durch Berg und Tal.

12:00 Die exklusiven Karussell-Konzerte von Hudson Taylor und Intergalactic Lovers am Nachmittag gibt es nur für Glückspilze. Die raren Plätze in der schönen Location werden gerade verlost.

11.30 Eine Fahrt mit dem Voletarium ist eine wunderbare Einstimmung auf den Tag. Und ein echtes Virtual-Reality-Erlebnis. In der Kleingruppe rasen Sie mit einer Art Schaukel durch Prachtlandschaften und Sehenswürdigkeiten Europas. Steife Brisen und Regenguss gibt es inklusive.

Hübsche Details erfreuen den Kenner (Spaniens Windmühlen müssen sich immer noch den Verzweiflungstaten Don Quichottes erwähren), Vertigo- und Geschwindigkeitseffekte überzeugen auch fast den anspruchsvollen Achterbahnliebhaber. Aber wer will nach dem Frühstück schon in den Looping? Das Voletarium ist nebenbei auch ein echtes Argument, im kommenden Jahr bei den Europawahlen seine Stimme für ein weiter geeinigtes Europa abzugeben. Ein Europa der Vielfalt und Naturwunder.

11:15 Falls Sie es wissen wollen: Die Fahrt mit dem Europa-Park-Express dauert exakt sechs Minuten vom Hotelkomplex zum Festivalbereich.

10:45 Okay, das Thermometer zeigt zwar nur bescheidene zwei Grad an. Doch das kann keine Ausrede sein, die ab 11 und nur bis 14 Uhr geöffneten Europa-Park-Attraktionen Voletarium und Schweizer Bobbahn zu verpassen. Ein kühler Wind am Morgen ist doch auch genau das richtige, um wach zu werden für die Veranstaltungen am Nachmittag.

Erkenntnisphilosophen treibt vielleicht um 12 Uhr aber eher die Frage um, wie das war mit dem Sex in den 80ern. Autor und Musiker Timo Blunck gibt darauf um 12 Uhr im La Sala Bianca Antwort. Außerdem erzählt er aus seinem nicht immer ganz einfachen Leben. Nur wenige Minuten später, um 13 Uhr (im Traumpalast), stellen sich dann ROLLING-STONE-Redakteure den bestimmt neugierigen Fragen der Parkbesucher.

Auf der nächsten Seite können Sie nachlesen, wie der Freitag war (und welche Konzerte besonders gut waren).

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ROLLING STONE: Die Alben des Jahres 2018 von Marc Vetter

Dies sind die Alben des Jahres 2018 von ROLLING-STONE-Autor Marc Vetter. Die Gesamt-Übersicht aller Redakteure und Autoren finden Sie in der Januar-Ausgabe - mit großem Jahresrückblick. 1. Sons Of Kemet – Your Queen Is A Reptile 2. David Allred – The Transition 3. Yo La Tengo – There’s A Riot Going On 4. Tracey Thorn – Record 5. Beach House – 7 6. Tune Yards – I Can Feel You Creep Into My Private Life 7. Low – Double Negative 8. Courtney Marie Andrews – May Your Kindness Remain 9. Jeff Tweedy – WARM 10. Anna Calvi – Hunter 11.…
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