Rolling Stones: Mick Jagger streicht „Brown Sugar“ aus der Setlist und geht ins African American Museum


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Demonstrative Geste oder zufällige Stadtrundfahrt? In Dallas/Texas gab sich Mick Jagger als Tourist und besuchte am Rande der „No Filter“-Tour das örtliche African American Museum. Ein Zeichen für das abendliche Stones-Konzert im Cotton Bowl Stadium, das weiterhin von der Kontroverse um „Brown Sugar“ überschattet war.

Nachdem die Rolling Stones den 1971er-Song von der Setlist ihrer aktuellen US-Tour gestrichen haben, gegen wütende Fans auf die Barrikaden. Es geht im Kern darum, wie die im Text angesprochene Sklaverei zu verstehen sei. „Gold coast slave ship bound for cotton fields” heißt es zum Auftakt. Sind Zeilen wie „Brown Sugar, how come you taste so good? Brown Sugar, just like a young girl should“ nun als Anklage und Verherrlichung der historischen Verhältnisse zu lesen?

In einem Interview mit der „Los Angeles Times“ hatte Keith Richards im Oktober die Streichung des Songs aus dem Programm bestätigt. Für ihn ist klar, dass „Brown Sugar“ stets der Horror der Sklaverei thematisiert hat. Er wolle wegen „diesem Scheiß“ allerdings keinen Stress. Irgendwann, so hofft Richards, könne „das Baby“ wieder in seiner alten Pracht erstrahlen.

Währenddessen bombardieren verärgerte Fans die offiziellen Social-Media-Kanäle der Band, um die Rückkehr von „Brown Sugar“ ins Tour-Programm zu erreichen. Von Zensur und „Cancel Culture“ ist die Rede. Das Stones-Management versucht den Furor abzumildern, in dem sie den Fans vor jeder der noch ausstehenden US-Shows eine Abstimmung über einen Bonus-Song anbietet.

Möglicherweise muss ja ein internationaler Workshop von Historikern und Pop-Philologen die wahre Bedeutung von „Brown Sugar“ klären.