Darum streichen die Rolling Stones „Brown Sugar“ von der Setlist


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„Brown Sugar“ ist einer der bekanntesten Stones-Songs, die Band hat ihn seit Jahrzehnten im Programm. Seit dem Auftakt der „No Filter“-Tour in St. Louis (26. September) fehlt er jedoch in der Setlist der seit 1962 – und seit kurzem leider ohne Charlie Watts – aktiven Band.

In einem Interview wurden Mick Jagger und Keith Richards darauf angesprochen. Der Song beinhaltet die Zeile „Gold coast slave ship bound for cotton fields”, was gemeinhin als historischer Verweis auf die Sklaverei in den Vereinigten Staaten interpretiert wird. Nun spielen die Stones das Stück nicht mehr „Das fiel Ihnen auf, was?“, konterte ein schnippischer Richards der „Los Angeles Times“.

„Ich versuche noch herauszufinden, wo hier das Problem liegt, das manche mit dem Song haben. Ich weiß es nicht. Verstehen sie nicht, dass dies ein Song über den Horror der Sklaverei ist?“ Weitere gängige Deutungen sind die, dass Mick Jagger „Brown Sugar“ für seine damalige Geliebte Marsha Hunt schrieb, ebenso, dass „brauner Zucker“ für Heroin steht. Richards: „Im Moment versuchen sie, den Song zu begraben“ – wer auch immer mit „sie“ gemeint ist. „Ich will hier keinen Ärger machen. Aber ich hoffe, dass wir das Babe (den Song) in all seiner Herrlichkeit wieder aufführen können.“

Jaggers Erklärung ist da schon etwas konkreter: „Wir spielten ‚Brown Sugar‘ jeden Abend seit den 1970ern, manchmal denkt man also, lass uns das Lied mal rausnehmen und schauen, wie das ist. Vielleicht kommt es wieder rein.“ Der Sänger verweist auf die generelle Schwierigkeit, eine überzeugende Setlist anzufertigen. „Das ist schwer bei Stadion-Konzerten. So viele Leute sind zufrieden zu stellen, während man selbst versuchen muss, bei der Sache zu bleiben. Wir brachten ‚Let It Bleed‘ letzte Nacht, was ich auf einer zwölfsaitigen Gitarre spielte.“