Rolling Stones: Vollfitter Tourauftakt in Madrid – Gedenken an Watts, Geburtstag von Wood


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Bei den Rolling Stones weiß man in diesen Tagen gar nicht, wo man den Anfang setzen soll. Lebensprall wie eh und je lassen es Jagger, Richards und Co zu Beginn ihrer Europatour noch einmal krachen.

Den Anfang macht „Nesthäkchen“ Ronnie Wood. Gestern am 1. Juni konnte er seinen 75. Geburtstag feiern, und erntete „Blessings“ aus der ganzen Welt. Noch 2017 hatte er der britischen Zeitung „Guardian“ verraten, dass er mit er mit seiner 31 Jahre jüngeren Frau Sally Humphreys noch täglich Sex haben würde.

Dann zaubert die Band zum 60. Bandjubiläum einen altbekannten Song namens „Out Of Time“ aus dem Hut, den sie nun im neuen Gewand zum ersten Mal live performt. „You don’t know what’s going on. You’ve been away for far too long. You can’t come back and think you are still mine …“ heißt im Text des oberlegendären Shufflers von 1966. Was uns aus dem Jahr 1966 zum viel umjubelten Auftakt-Konzert im Stadion von Athletico Madrid bringt.

 

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53.000 Fans sahen bei bestem Madrilener Sommerwetter eine topfitte und bestens gelaunte Band, die einen 135-Minuten-Auftritt, inklusive Konfettikanone und Schalmeienklängen für Wood, auf die Bretter legte. Wie schon beim letzten Europa-Trip geizen die Stones nicht mit Hits. Zu „Paint It Black“, „Sympathy For The Devil“ oder „Satisfaction“ gesellt sich der Reggae-Anklang von „Living In A Ghost Town“.

Der im letzten August verstorbene Drummer Charlie Watts bekommt zu Beginn einen Rückblick auf den großen Videoscreens. Vor dem Song „Sad Sad Sad“ wechselt Jagger in ein korrektes Bühnenspanisch und sagt, dass er den alten Freund (der ihn in Amsterdam einmal aus dem Hotelzimmer boxen wollte) doch sehr vermisst.

Nachfolger Steve Jordan gibt es alle Mühe, die Leerstelle mit kompetenter Power zu füllen. Der mittlerweile zum Standard gewordene Publikums-Wunschsong ist in Madrid „Beast Of Burden“.

Wie schon bei der letzten Stones-Stadion-Tour ist Bühne und Bühnenbild eher spartanisch. Die 400 Quadratmeter großen Videoscreens als einzig sichtbarer Luxus. Während Mick Jagger in vergangenen Dekaden noch mit einem aufblasbaren Riesen-Penis und ähnlichem Bühnen-Tand kämpfte, soll nunmehr – und wohl für immer – die Musik im Zentrum stehen.

Fasziniert zeigen sich die Beobachter letztlich über Jaggers erstaunliche Fitness nach seiner Herzoperation im Sommer 2020. Der fast 79-Jährige habe im Madrider Stadion locker 25 Fußballfeldlängen zurückgelegt, heißt es bewundernd. Die Energie für das ersten Deutschland-Termin zum Pfingstfest in München ist da.