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Traumkombination und Drohnenangriffe: die Alben der Woche vom 05. Juni 2015

Album der Woche 

FFS – „FFS“

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Domino Records

Humor können sie auch noch. „Collaborations Don’t Work“ heißt das Kernstück des ersten gemeinsamen Werks von Franz Ferdinand und den Sparks, auf dem sie „Dalai Lama“ auf „drama“ reimen. Diese Scherzkekse!

Es ist den sechs Herren nämlich tatsächlich gelungen, die zwei verschiedenen musikalischen Universen: den schneidenden Post-Punk der Schotten und den barocken Glamour-Pop der Amis, nicht nur zu verknüpfen, sondern daraus eine ganz eigene, wunderbare und wundersame neue Welt bleizugießen. So versuchten die Sparks, eines der skurrilsten Duos der Musikgeschichte, sich beim Komponieren in die bodenständigen Schotten hineinzudenken – und umgekehrt. Die Tatsache, dass sich die Sparks als Halfnelson bereits Ende der 60er-Jahre gründeten und somit einen Vorsprung von 18 Alben vor Franz Ferdinand verwalten, vergrößerte das musikalische Anwesen, auf dem man sich bewegen konnte, zudem ungemein.

Perfekte Harmonien

Aber da wir es ja mit einer brandneuen Band zu tun haben: Wie für eine ebensolche üblich, spielten FFS ihr „Debüt“ innerhalb von schlappen zwei Wochen unter der Aufsicht von Produzent John Congleton (The Districts, St. Vincent) ein. Die Aufteilung der Gesangsparts zwischen Alex Kapranos und Russell Mael wurde dabei meisterhaft ausgelotet, und nicht nur das: Die Stimmen harmonieren auch perfekt, geben sich beide doch gern atemlos und gehetzt. „Little Guy From The Suburbs“ – der einzige Song, der eher durch die Hintergassen Glasgows weht als über den Strip – verschafft eine kleine Verschnaufpause, bevor sich „Police Encounters“ als die ultimative, 120%ige Verschmelzung konkretisiert.

Photo of Sparks
Zusammenarbeit mit Franz Ferdinand: Sparks

Angenehm auch, dass FFS oftmals das Strophe-Refrain-Strophe-Gewohnheitsprinzip durchstoßen. Und ein simpel betitelter Track wie „Piss Off“ wird nicht nur im Schlamm von Glastonbury funktionieren, sondern auch unter dem Scheinwerferlicht des Broadway. Ganz großes Pop-Theater. Auf diese Platte haben wir seit „Bohemian Rhapsody“ gewartet.

(Frank Lähnemann/ROLLING STONE 06/2015)

Weitere Veröffentlichungen: 

Muse haben ihr neues Album „Drones“ genannt. Wieder mal ist es ein ambitioniertes Werk, das sich mit den Konsequenzen maschineller Kriegsführung auseinandersetzt.

 Neil Barnes und Paul Daley alias Leftfield. Zwei Jahrzehnte nach ihrem famosen Debütalbum, „Leftism“, versuchen die beiden Briten Paul Daley und Neil Barnes jetzt ein Comeback. Die meisten Stücke von „Alternative Light Source“ klingen wie früher: Maschinenmusik, rau, dreckig, hart. Nur leider nicht mehr ganz so ideenreich. Insgesamt eher etwas für Alt-Raver (Jürgen Ziemer/ ROLLING STONE 06/2015).

Michael Ochs Archives/Getty Images Michael Ochs Archives/Getty Images


ROLLING STONE History: Brian Johnson spielt mit Muse „Back In Black“ von AC/DC

ROLLING STONE berichtete am 28. August 2017: Während das Reading Festival (leider) nicht nur mit musikalischen Themen Schlagzeilen machte, dürfte diese Nachricht AC/DC-Fans gefallen: Am Wochenende gesellte sich Brian Johnson zum Konzert von Muse auf die Bühne, um mit der Band gemeinsam ein Cover von „Back In Black“ von AC/DC zu spielen. Nachdem der 69-Jährige zuletzt die „Rock Or Bust“-Tour seiner Band wegen eines drohenden Gehörschadens ausfallen lassen musste und von Axl Rose ersetzt wurde, gelang ihm so die nicht unbedingt erwartete Rückkehr auf die große Bühne. Doch schon im Mai war Johnson bereits mit Paul Rodgers und Robert Plant…
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