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Berliner Konzertveranstalter distanziert sich von Xavier Naidoo: „Distanzieren uns von Rassismus“


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Der Veranstalter des anstehenden Xavier-Naidoo-Konzerts in Berlin hat sich von dem Event distanziert. „Wir werden Xavier Naidoo keine Bühne geben!“, schreibt Trinity Music am Mittwochabend (16. Juni 2021). „Wir distanzieren uns ebenfalls klar von jeglicher Art von Antisemitismus, Rassismus und Faschismus. Unser Künstlerportfolio war und ist bunt und divers. Als weltoffene, engagierte und liberale Veranstaltungsfirma mitten aus Berlin teilen wir auf keinen Fall das Weltbild dieses Künstlers“, heißt es weiter. Man arbeite daran, den Auftritt Naidoos abzusagen.

Trinity Music

Das Statement von Trinity Music kam nur kurze Zeit nach einem Beitrag des „Tagesspiegels“, in dem der Trinity-Geschäftsführer und eine Booking-Beauftragte den Auftritt Naidoos verteidigten. Auf Nachfrage habe Thomas Spindler geantwortet: „Alleine dass Sie mir in der Corona-Zeit mit so einem Text kommen, ist ein schlechter Witz.“ Die Zeitung solle aufhören, ihn zu belästigen. Er arbeite nur mit Profis.

Die Booking-Beauftragte sagte zum „Tagesspiegel“, es gebe „definitiv relevantere Dinge, über die eine Berichterstattung erfolgen sollte“, und man solle sich lieber auf „interessantere Themen im Weltgeschehen“ konzentrieren.

Naidoo: ein bekennender Rassist

Xavier Naidoo bezeichnet sich als „Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe“, was immer das auch heißen soll, er verbreitet antisemitische Verschwörungserzählungen und ist auf Reichsbürgerversammlungen zu sehen gewesen.

Der Berliner Bezirk Spandau kann den Gig des hetzenden Schmusebarden nicht verbieten: „Der Konzertveranstalter Trinity Music veranstaltet die Konzerte auf der Zitadelle Spandau eigenständig und wählt Künstler für diese Konzerte eigenverantwortlich aus.“


Xavier Naidoo: Einspruch gegen Auftrittsverbot in Rostock

Geht es nach Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen, soll Xavier Naidoo am 22. August 2021 nun doch in der Stadthalle Rostock auftreten dürfen. Madsen, der keiner Partei angehört, legte Einspruch gegen den Bescheid der Bürgerschaft ein  — das berichtet unter anderem „Der Spiegel“. Die Stadt teilte demnach am Mittwoch (2. Juni 2021) mit, dass sich Madsen den Bedenken der Stadtverwaltung gegenüber dem Auftrittsverbot anschließe. Die Begründung der Stadt — und was nun passiert Die Stadt Rostock erklärte, dass öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle „zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet“ seien. Es sei nicht rechtens, Veranstalter oder Künstler aufgrund verschiedener politischer oder…
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