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U2: Bono trifft Angela Merkel und macht Druck vor ihrer Afrika-Reise


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Am Freitag (31. August) und Samstag (01. September) spielen U2 in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin. Es ist der Start ihrer großen Europatournee rund um die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Songs Of Experience“.

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Sänger Bono ist schon seit Dienstag in der Hauptstadt – allerdings nicht, um schon einmal Instrumente zu stimmen. Stattdessen geht es dem Mitbegründer der Entwicklungshilfeorganisation ONE um konkrete politische Anliegen. Auch deswegen traf sich der 58-Jährige mit Angela Merkel im Kanzleramt, um über Armutsbekämpfung und Entwicklungschancen in Afrika zu sprechen. Die Kanzlerin bricht am Mittwoch zu einer dreitägigen Reise nach Ghana, Nigeria und Senegal auf.

Bereits am Montag hatte Bono mit einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ für Aufsehen gesorgt. Darin beschwor er die Einigkeit Europas im Kampf gegen rückwärtsgewandte Nationalisten und Extremisten. Titel seines Essays: „Europa ist eine Idee, die zum Gefühl werden muss“. Das Thema schien auch bei dem Treffen zwischen dem Musiker und Merkel eine Rolle gespielt zu haben. Jedenfalls lobte Bono die Kanzlerin nach dem Treffen für ihre entschlossene Verteidigung eines wertebasierten Europas.

Zugleich deutete er die Relevanz von Merkels Afrika-Reise an: „Wenn wir wollen, dass Europa erfolgreich ist, brauchen wir starke Partnerschaften nach außen und starke Partnerschaften nach innen. Afrika ist, so wie wir, eine Kontinentalunion und unser Nachbar, der nur sieben Kilometer entfernt liegt. Wir müssen uns den gemeinsamen Herausforderungen stellen und die Chancen bestmöglich nutzen, die unsere miteinander verknüpfte Zukunft bietet. Die Kanzlerin vertritt diese Denkweise schon lange und reist diese Woche nach Afrika, um dazu beizutragen, das wirtschaftliche Potential des Kontinents zu erschließen. Sie hat heute mit Nachdruck die strategische Bedeutung unterstrichen, die eine bessere Partnerschaft mit den afrikanischen Ländern für Deutschland und Europa hätte.“

Bono gibt Autogramme vor dem Kanzleramt
Bono gibt Autogramme vor dem Kanzleramt

Bono weiter: „Mittlerweile begreifen alle, dass Europas und Afrikas Schicksal eng miteinander verknüpft sind. Wir können nur zusammen in Wohlstand leben oder zusammen leiden; wir können nur gemeinsam gewinnen oder gemeinsam verlieren. Wir brauchen gute Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen, denn wenn sie es nicht tun, werden es andere tun.”

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Mehr Entwicklungshilfe für Afrika

Konkret fordern Bono und seine Organisation ONE, dass Deutschland und die EU eine strake Partnerschaft mit Afrika eingehen.  Dazu sollen in den kommenden sieben Jahren 40 Milliarden Euro mehr für Entwicklungszusammenarbeit aufgewendet werden, als im laufenden Mehrjährigen Finanzrahmen Europas (MFR) verbucht ist. Diese Gelder sollten vor allem den Ländern, Menschen und Bereichen zugutekommen, die den größten Bedarf haben. Mit der aufgestockten Finanzierung würde die EU zu einer stabileren und wohlhabenderen Zukunft Europas und Afrikas beitragen.

„Auf europäischer Ebene kann das EU-Budget ein entscheidender Beitrag für eine neue Ära der Beziehungen zwischen Europa und Afrika sein, von dem beide Kontinente profitieren“, so Bono. Abgesehen davon, dass sie strategische Ziele abbilden, sind Haushaltsbudgets auch moralische Dokumente. Der Mehrjährige Finanzrahmen Europas muss zeigen, wofür Europa einsteht, nicht wogegen.“

Die Entwicklung Afrikas hat globale Auswirkungen: Bis zum Jahr 2050 werden 2,5 Milliarden Menschen in Afrika leben. Die Hälfte von ihnen wird nicht älter sein als 25 Jahre. Um diesen jungen Menschen Perspektiven in ihren Heimatländern zu verschaffen, müsse sichergestellt werden, dass die 22,5 Millionen Menschen, die dem Arbeitsmarkt jedes Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen, eine Beschäftigung erhalten können. Deshalb müsse auch, so argumentiert ONE, in Bildung, Beschäftigung, Beteiligung sowie in globale Gesundheit investiert werden.

Sean Gallup Getty Images

Legendäre Konzerte: U2 live im Red Rocks 1983

Dass dieser Abend im Red Rocks-Amphitheater historisch werden sollte, stand schon im Vorfeld fest. Das hatten U2 so beschlossen. Und alles geplant: die beeindruckende Bühne sollte in der Abendsonne glutrot strahlen, Richtscheinwerfer und Leuchtfeuer die Nacht erhellen. Und dann das: Es regnete. Schüttete. Stürmte. Die Ränge waren nur halb voll. Am Ende wusste man: Diese Band würde groß werden Dass dieser Gig trotzdem zu einem ihrer größten wurde, lag vor allem an dem heute oft unangenehmen, damals eher naiv wirkenden Pathos von U2. Bono schüttelte seine Mähne, stampfte auf den Boden, schwenkte bei "Sunday Bloody Sunday" weiße Fahnen, warf sich…
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